• Linguistische Treffen in Wrocław •

ISSN: 2084-3062 • e-ISSN: 2657-5647 • DOI: 10.23817/lingtreff • Absprungrate: 30% (2021)

Texte, die in der Zeitschrift „Linguistische Treffen in Wrocław“ veröffentlicht werden, stehen allen Nutzern im Open Access auf Grund der Lizenz CC BY-SA zur Verfügung.

Linguistische Treffen in Wrocław

Heft 21 (2022): I

Herausgegeben von: Iwona Bartoszewicz (Univeristät Wrocław), Joanna Szczęk (Universität Wrocław), Artur Tworek (Univeristät Wrocław)

Inhalt
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Rufnamen kontrastiv: Ein deutsch-georgischer Vergleich / German and Georgian First Names in Contrast

Barbara Aehnlich, Friedrich-Schiller-Universität Jena (ORCID: 0000-0003-1492-7766)
Manana Bakradze, Staatliche Akaki-Zereteli-Universität Kutaissi (ORCID: 0000-0001-6924-9988)
Miranda Gobiani, Staatliche Akaki-Zereteli-Universität Kutaissi (ORCID: 0000-0002-0599-3828)
Jakob Wünsch, Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) (ORCID: 0000-0001-8156-7129 )

DOI: 10.23817/lingtreff.21-1 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 17–33

Schlüsselwörter: Sozioonomastik, Kontrastive Rufnamenforschung, Individualisierung, Benennungsmotive

Der vorliegende sozio- und kulturlinguistische Beitrag befasst sich mit Namenmoden und Benennungsstrategien im deutsch-georgischen Vergleich. Er beruht auf einer 2016 zeitgleich in Deutschland und Georgien durchgeführten Fragebogenstudie mit über 1.000 Studienteilnehmer*innen, in welcher die Motive bei der Namenwahl erhoben wurden. Der Beitrag stellt die Vergabe von RufN in beiden Ländern in den Fokus und untersucht kontrastiv deren Motive und Individualisierungstendenzen. Folgende Thesen werden im Rahmen des Beitrags untersucht: (1) Kulturspezifische Unterschiede zwischen Deutschland und Georgien spiegeln sich in verschiedenen Benennungsmotiven wider. (2) In Deutschland ist die Individualisierungsrate höher als in Georgien. (3) Sowohl in Deutschland als auch in Georgien führt eine schichtenspezifische Namenvergabe zu einer besonders negativen oder positiven Bewertung von RufN. Aktuelle Untersuchungen zu Tendenzen in der Vornamengebung befassen sich oftmals mit den sprachlichen Eigenschaften, die auf die Hauptmotive der Namenwahl Einfluss haben können. So liefern etwa Lautstrukturanalysen Erkenntnisse darüber, wodurch Wohlklang entsteht und welche Laute bzw. Lautkombinationen als besonders euphonisch empfunden werden. Diese Untersuchungen nehmen insbesondere die Geschlechterspezifik in den Blick. Aber auch die Individualisierungstendenzen haben einen Einfluss auf das RufN-Repertoire und beeinflussen die Varianten einzelner RufN. Die vorliegende Untersuchung schließt an diese Forschungsfragen an, erweitert sie jedoch unter kontrastivem Blickwinkel. Anhand der vergleichenden Namenstudie soll Aufschluss darüber erlangt werden, welche Motive bei der RufN-Wahl in beiden Ländern im Vordergrund stehen und wie es um die Tendenzen steht, Kindern einen besonders individuellen Namen zu geben. Auch die Wahrnehmung von besonders positiv oder negativ konnotierten Namen wird untersucht.

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“Dieselgate is Made in Germany” – Framing Volkswagen Emissions Scandal in the German Economy / “Dieselgate is Made in Germany” – Framing Volkswagen Emissions Scandal in the German Economy

Federico Collaoni, Universität Udine (ORCID: 0000-0002-5936-5667)
Eric Trevisan, Universität Udine (ORCID: 0000-0002-7696-6069)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-2 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 35–46

Schlüsselwörter: Dieselgate, Abgasskandal, korpusgestützte Diskursanalyse, Framing

Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die Ergebnisse einer sprachvergleichenden Analyse des deutschen und italienischen Mediendiskurses zum Volkswagen-Abgasskandal, welche den Ansatz der Corpus- Assisted Discourse Studies (CADS, vgl. Partington/Duguid/Taylor 2013, Taylor 2014) verfolgt und von den folgenden Forschungsfragen ausgeht: − Welche Sprachmuster werden dazu verwendet, den Dieselgate-Skandal als eine wirtschaftliche Frage darzustellen? − Wie beeinflusst ein solches Narrativ die Rezeption des – in erster Linie umweltbezogenen – Dieselgate- Begriffes? Dem gewählten Thema entsprechend verortet sich die Untersuchung im umfassenden Rahmen der Ökologischen Linguistik (Fill/Penz 2018, Steffensen/Fill 2014), innerhalb dessen folgende Theorien zur Analyse und Interpretation der identifizierten Sprachmuster angewandt werden: Frame Theory (Goffman 1974, Tannen 1993, Lakoff/Wehling 2012), Metaphor Theory (Lakoff/Johnson 20032, Larson 2011) and Erasure Theory (Van Leeuwen 2008, Stibbe 2015). Untersucht wurden 230 Presseartikel, die in der Zeitspanne vom 20. September bis zum 15. Oktober 2015 auf den Webseiten der Zeitungen „Die Zeit“ (115 Artikel) und „La Repubblica“ (115 Artikel) erschienen. Zur Korpuserstellung wurde das Vorkommen von mindestens einer deutsch- bzw. italienischsprachigen Bezeichnung des Skandals im Text als Auswahlkriterium berücksichtigt, nämlich Abgasskandal, Abgas-Skandal, Abgasaffäre, Abgas-affäre, VW-Skandal, VW-Affäre, Diesel-Skandal bzw. scandalo Volkswagen, scandalo emissioni, scandalo delle emissioni, caso Volkswagen. Die quantitative und qualitative Analyse von Kollokationen (Baker 2006) und Konkordanzen lässt das Muster Der Dieselgate-Skandal beschädigt die deutsche Wirtschaft im Korpus auftauchen, wobei die öko- und soziologischen Aspekte des Skandals (Der Dieselgate-Skandal schadet der Umwelt und der menschlichen Gesundheit) nicht zum Ausdruck kommen (vgl. Stibbe 2015 und die Erasure Theory).

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Sprache im Kampf gegen Corona. Eine Analyse von Texten aus den deutschsprachigen Online-Medien / Language in the Fight Against the Coronavirus Pandemic: A Study Based on the Corpus Excerpted from German-language Internet Media

Anna Dargiewicz, Warmia und Mazury-Universität, Olsztyn (ORCID: 0000-0001-8258-6540)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-3 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 47–73

Schlüsselwörter: Corona, Corona-Komposita, Kampf, Krieg, Pandemie, Welle, Korpus

Im Beitrag wird die Aufmerksamkeit der Rolle der Sprache im Kampf gegen das auf der Welt wütende Coronavirus geschenkt. Das Ziel der durchgeführten Analyse war es, anhand der herausrecherchierten Korpusbelege aufzuzeigen, dass die Sprache zum wichtigen Werkzeug im Kampf gegen die verheerenden Folgen der Pandemie wurde. Sie steht unter dem ständigen Einfluss des mit der Corona-Pandemie verbundenen Weltgeschehens und widerspiegelt dessen aktuellen Status, enthüllt seine neuen Facetten. Die Pandemie hinterlässt deutliche Spuren im Wortschatz. Je nach dem Stadium der Epidemie, in dem sich die Welt befindet, werden von den Sprachbenutzern immer neuere Begriffe produziert, mit denen die pandemische Realität sprachlich bewältigt wird. Wie sich die Sprache zu der sich dynamisch ändernden, nach Coronavirusregeln funktionierenden Wirklichkeit verhält, kann man im medialen Coronadiskurs besonders gut beobachten. Das lexikalische Korpusmaterial, das der linguistischen Analyse zugrunde liegt, wurde im Zeitraum zwischen März 2020 und Juli 2021 infolge der Recherche der deutschsprachigen Online-Medien gewonnen. Die Mehrheit der herausrecherchierten Korpusbelege, mit denen die Corona-Wirklichkeit beschrieben wird, hat metaphorischen Charakter. Nach der Analyse des mittels der Internetrecherche gewonnenen Korpus konnte konstatiert werden, dass die im medialen Diskurs erscheinenden, in der Coronazeit entstandenen Begriffe zwei Metaphernspendebereichen angehören – dem Militär- und Kriegsbereich (Teststrategie, Virus-Attacke, Impfstoffkrieg) und dem Bereich der wasserbedingten Naturkatastrophen (Corona-Tsunami Erschütterungswelle, dritte Welle). Die durchgeführte Analyse hat aufgezeigt, dass die metaphorische Darstellung der mit der Pandemie verbundenen Ereignisse als Welle oder als Tsunami Gefühle von Hilflosigkeit und einer großen Belastung vermittelt. Auf der anderen Seite werden mit den militärisch- und kriegsgeprägten Ausdrücken die Handlungsfähigkeit und Kampfbereitschaft der Welt gegen das gefährliche Virus konzeptualisiert. Es sind wichtige Bestandteile der Strategie in den Krisenzeiten. Die genannten Metaphernspendebereiche sind die wichtigsten Repräsentanten des Konzepts ‚Katastrophe‘ in dem kollektiven Bewusstsein der modernen Gesellschaften. Die Konzeptualisierungen von einer kontrollierbaren konfliktbedingten Bedrohung mit dem Krieg sowie einer nicht zu kontrollierenden Bedrohung seitens der Natur werden in dem ermittelten Korpus am häufigsten mittels der Komposita realisiert. Das Verfahren der Zusammensetzung schafft den Benutzern der deutschen Sprache beinahe unbegrenzte Möglichkeiten, ständig die Realität wiedergebende neuartige Ausdrücke zu bilden. Metaphorisch beladene Corona-Komposita sind inhaltsreich, ziehen die Aufmerksamkeit der Empfänger auf sich, worauf die medialen Berichterstatter vorrangig abzielen. Aus diesem Grund wird im jegliche neue Phänomene betreffenden Diskurs gerne auf die Komposition als Wortbildungsverfahren zurückgegriffen.

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Wo hat sich das Endwort versteckt? – Auf der Suche nach dem Unlösbaren in der deutschen Amtssprache / Where has the end word been hiding? – In Search of the Unsolvable in the German Official Language

Małgorzata Derecka, Warmia und Mazury-Universität in Olsztyn (ORCID: 0000-0002-4971-5782)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-4 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 75–87

Schlüsselwörter: diversitysensibler Sprachgebrauch, Amtssprache, politische Korrektheit

Kriege, Katastrophen, Pandemien, Seuchen bedeuteten schon immer, dass der Mensch, anstatt Probleme für sich zu erfinden und das Leben zu verkomplizieren sich in seinem Handeln auf die Grundwerte seiner irdischen Existenz besann. Diese dramatischen Ereignisse und Phänomene, die untrennbar mit der Geschichte der Menschheit verbunden sind, schienen den Geist zu „reinigen“ und das Denken wieder auf die Spur der Grundbedürfnisse und der grundlegenden, meist positiven Gefühle zu bringen. Die Corona-Pandemie ist solch ein Wendepunkt. Die alten Sorgen bleiben jedoch bestehen – darunter auch die Frage nach der politischen Korrektheit im Sprachgebrauch der deutschen Gesellschaft. In diesem Kontext werden im Beitrag die Leitfaden für „Mitarbeitende der Berliner Verwaltung zum diversitysensiblen Sprachgebrauch“ untersucht und analysiert, die im September 2020 vom Berliner Senat veröffentlicht wurden. Die in diesem Dokument verankerte sprachlich korrekte Neuorientierung soll der Berliner Verwaltung auf dem Weg zur gerechten Behandlung aller Bürger helfen. Die deutsche Sprache scheint allerdings in ihrer grammatikalischen Struktur ein Garten voller Fallen zu sein. Gegen die neuen Bestimmungen erheben sich in der Gesellschaft kritische Stimmen – nicht gegen den Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter selbst, sondern gegen die politischen Vorschläge im Sprachgebrauch, die der Grenze des Absurden immer näher zu kommen scheinen. In diesem Zusammenhang wird in diesem Beitrag versucht darzustellen, welche Schwierigkeiten und sprachliche Zweifel sich aus den neuen Verordnungen zum Sprachgebrauch in den Berliner Behörden und Ämtern ergeben. Es werden alte und neue Ausdrucksweisen miteinander verglichen und die sich daraus ergebenden Deutungsprobleme besprochen. Im Weiteren wird auf diverse sprachliche Mittel der zu korrigierenden Ausdrucksform eingegangen und es werden dafür Beispiele angeführt. Wahrscheinlich wird man das Endwort, das niemanden mehr verletzt und alle in der Gesellschaft gleichstellt, nie finden können. Der Kampf um die soziale und gesellschaftliche Gleichstellung darf in diesen unruhigen Zeiten allerdings nicht aufgegeben werden.

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Zur Pragmatik von Fachsprachen am Beispiel der „Anstandsliteratur“ / On the Pragmatics of Specialized Languages on the Example of the Rules of Conduct

Peter Ernst, Universität Wien (ORCID: 0000-0001-6733-2665)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-5 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 89–100

Schlüsselwörter: Anstandsregeln, Fachsprache, Gesellschaft, Karriereratgeber, Pragmatik, Soziolinguistik

Fachsprachen stellen besondere Erfordernisse an die Linguistik. In den 1960er und 1970er Jahren entstanden, existiert bis heute keine allgemeiner Konsens über Inhalte und Methoden der Fachsprachenforschung. Gegenwärtige Forschungsdesigns vereinen systemlinguistische, kognitive und pragmatische Ansätze. Systemlinguistisch steht vor allem der Wortschatz im Vordergrund; kognitiv ist die Basis des Wissens um die reale Welt und ihre sprachliche Kodierung; die Pragmatik betrachtet die Umstände der Kommunikation. Der Beitrag thematisiert diese Problematik, indem er die Textsorte „Anstandsliteratur“ näher betrachtet. Diese Art von Kommunikation unterliegt besonderen Bedingungen, indem eine „Lehrerin“ oder ein „Lehrer“ ihre oder seine Kompetenzen zu Benimmregeln an eine interessierte Zielgruppe weitergibt. Neben einem Buch für ein allgemeines Publikum wird die fachsprachliche Komponente durch die Wahl dreier fachspezifischer Anstandslehren (explizit für die Anwendung in Kanzleien, v.a. von Rechtanwälten, für Unternehmensberater und Trainees) besonders betont. Alle firmieren unter der Bezeichnung „Knigge“, was den Anlass darstellt, sie zu einem Korpus zusammenzufassen. Die Analyse zeigt, dass sich die vier Werke z. T. erheblich voneinander unterscheiden. Sie verwenden keinen gesonderten Fachwortschatz, keine idiosynkratischen syntaktischen Strukturen, sehr wohl aber referieren sie auf unterschiedliche Kommunikationsbedingungen. Bis auf das allgemeine Werk handelt es sich eher um „Karriereratgeber“ statt um Benimmlehren. Trotzdem können sie in kognitivem und pragmatischem Sinn als Fachsprache bezeichnet werden, da sie ein spezifisches „Fach“ behandeln. Sie stellen aber kein geschlossenes System dar, indem sie offen für Neuerungen und spezifische Vorschläge der Autorinnen und Autoren sind. So wird das „Kompliment“ nur in einem Werk explizit genannt. In diesem Sinn bilden Sie nicht nur Handlungsfelder ab, sondern konstruieren durch ihre Vorschläge selbst einen Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit.

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„Das kann ja jeder sagen“: Neue Einsichten und Ansätze zur Vermittlung der Modalpartikeln im DaF-Unterricht / „Das kann ja jeder sagen”: New Insights and Approaches to Teaching Modal Particles in German as a Foreign Language Courses

Berit Jany, Universität Colorado (ORCID: 0000-0003-4555-6398)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-6 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 101–115

Schlüsselwörter: Modalpartikel, DaF-Unterricht, ja, Datenbank, gesprochenes Deutsch

Das Verständnis und die korrekte Verwendung von Modalpartikeln ist aufgrund ihrer Komplexität und kontextuellen Bindung eine besondere Herausforderung für Deutschlernende. Dabei übernehmen Modalpartikeln wichtige interaktionale und soziale Funktionen und treten mit großer Häufigkeit in der gesprochenen Sprache auf. Sie können sowohl eine gemeinsame Wissensbasis und sozial geteiltes Wissen von Gesprächsteilnehmenden zum Ausdruck bringen, als auch eine Erwartungsdiskrepanz signalisieren. Obgleich eine bewusste Wahrnehmung und detailliertes Wissen über ihre Funktionsweise nicht zwingend notwendig sind, um Äußerungen grob zu verstehen, kann ein solcher Verständnismangel bei Deutschlernenden die zwischenmenschliche Kommunikation mit deutschen Muttersprachler*innen beeinträchtigen. Daher ist eine pädagogische Anleitung erforderlich, die praktisches, interaktionales Sprachwissen zur Verwendung der Modalpartikeln vermittelt, um Lernenden Effektivität in sozialen Kontakten und Verständigungen zu ermöglichen. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit einer Unterrichtseinheit für die untere Mittelstufe, in der die Modalpartikel ja durch Ansätze aus der Konversationsanalyse für DaF-Lernende bewusst gemacht und vermittelt wird. Die Integration von Sprachdaten aus der Datenbank für Gesprochenes Deutsch ermöglicht bei der Einführung und Anwendung der Modalpartikel authentische Sprachsituationen. Lernende analysieren die Partikel in realen Kontexten und leiten Verwendungsregeln ab. Mit Hilfe eines fünf-Phasen Modells erschließen sie die Funktionsweise der Modalpartikel und verinnerlichen diese durch strukturierte Anwendungsaufgaben, die ihre kommunikative, soziolinguistische und interkulturelle Kompetenz stärken und erweitern.

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Technologische Herausforderungen im Online-Unterricht des Simultandolmetschens während der Corona-Pandemie 2020/2021(am Beispiel einer virtuellen Dolmetscherkabine) / Technological Challenges in Teaching Simultaneous Interpreting Online During the Corona Pandemic 2020/2021 (Using a Virtual Interpreting Booth as an Example)

Jana Lauková, Matej-Bel-Universität (ORCID: 0000-0003-1412-7400)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-7 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 117–127

Schlüsselwörter: Online-Unterricht, Simultandolmetschen, virtuelle Dolmetscherkabine, Grundfunktionen der Dolmetscherkabine

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit dem Online-Unterricht des Simultandolmetschens (in deutscher Sprache) während der Corona-Pandemie im Sommersemester 2020/2021 in einem speziell entwickelten Dolmetscherlabor (einer speziell entwickelten virtuellen Dolmetscherkabine). Die Corona-Pandemie 2020/2021 und das Fernstudium an Universitäten und Hochschulen haben die grundsätzliche Frage aufgeworfen, wie das Simultandolmetschen im Fernstudium für Masterstudiengänge im Fachbereich Philologie, in der Fachrichtung Übersetzen und Dolmetschen an der Philosophischen Fakultät der Ma- tej-Bel-Universität in Banská Bystrica (Slowakei) gelehrt werden kann. Zu diesem Zweck wurde eine spezielle Dolmetschersoftware von der slowakischen Firma CONTEST s.r.o., das so genannte virtuelle Dolmetscherlabor, entwickelt. Dieses Dolmetscherlabor simuliert eine reale Dolmetscherkabine in der Praxis. Die Philosophische Fakultät der Matej-Bel-Universität hat diese spezielle Software zu Zwecken eines sinnvollen und effektiven Online-Unterrichtens des Fachs Simultandolmetschen gekauft und eingesetzt. In diesem Beitrag werden Spezifika des Online-Unterrichts in dieser speziellen virtuellen Dolmetscherkabine dargestellt.

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Der adnominale possessive Dativ im Dialekt von Deutschpilsen (ungarisch Nagybörzsöny) / The Adnominal Possessive Dative in the Dialect of Deutschpilsen (Nagybörzsöny)

Éva Márkus, Eötvös Loránd Universität (ORCID: 0000-0002-3571-8472)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-8 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 129–142

Schlüsselwörter: Dativ+Possessiv-Konstruktion, Dialekt, Sprachinsel, Genusinkongruenz

Der Artikel beschäftigt sich mit der adnominalen Dativ+Possessiv-Konstruktion des Typs in Bęəbən ir Gətrax (‚den Weibern ihre Tracht = die Tracht der Weiber‘) und ihren verschiedenen Varianten im deutschen Dialekt von Deutschpilsen, einer kleinen ungarischen Sprachinsel im Norden Ungarns. Es ist eine mittelalterliche Ansiedlung, früher beschäftigten sich ihre Einwohner vor allem mit Bergbau und kamen wahrscheinlich aus dem Süden sowie aus dem mittleren Osten des deutschen Sprachgebiets. Es entstand eine Mischmundart. Der Basisdialekt des abgelegenen Dorfes bewahrt bis heute viele archaische Elemente. Gegenwärtig ist die Mundart vom Aussterben bedroht, sie ist eine Alters- und Erinnerungssprache geworden. Die adnominale Dativ+Possessiv-Konstruktion hat eine breite Fachliteratur, der Artikel möchte dazu ergänzend neue Erkenntnisse präsentieren. Die Analyse erfolgt an empirisch gesammelten sprachlichen Daten, die mit Hilfe eines Fragebuchs in Deutschpilsen aufgenommen wurden. Die InformantInnen waren ältere DorfbewohnerInnen, die die Mundart noch als Muttersprache beherrschen. Ein besonderes Augenmerk wird gesetzt auf das Thema Genus und pronominale Referenz in der Dativ+Possessiv-Konstruktion. Es wird der Konflikt zwischen grammatischem und referentiellem Genus, wie im Beispiel in Hoz iər Gartn (‚dem Haus ihr Garten = der Garten des Hauses‘) dargestellt. Für diese grammatische Diskrepanz (neutraler Artikel, feminine Pronominalisierung) wird nach Begründungen in der Fachliteratur gesucht. Die Genuskongruenz zwischen Antezedens und Possessivum ist im untersuchten Dialekt oft aufgehoben, es können Inkongruenzen zwischen dem Artikel und Pronomen entstehen. Es lassen sich inkongruente Formen mit Referenz auf ein Maskulinum oder Neutrum beobachten. Besonders auffällig sind die Varianten mit maskulinem/neutralem Artikel und femininem Possessivpronomen: ən Knab iər Štim (‚einem Knaben ihre Stimme = die Stimme eines Knaben‘). In der dialektologischen Fachliteratur habe ich keine ähnlichen Belege gefunden. Der Artikel dokumentiert und beschreibt drei Arten der adnominalen Dativ+Possessiv-Konstruktion und illustriert sie mit Beispielsätzen aus Deutschpilsen. Auch das in der Fachliteratur vieldiskutierte Verhältnis von Genitiv und possessivem Dativ wird in ein neues Licht gerückt.

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Pragmatik und Recht: Kriminelle Sprechakte / Pragmatics and Law: Criminal Speech Acts

Jörg Meibauer, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (ORCID: 0000-0002-0909-9487)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-9 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 143–163

Schlüsselwörter: Bullshitten, krimineller Sprechakt, konversationelle Implikatur, Beleidigung, Lügen, Meineid

Pragmatik und Recht ist ein wichtiges Teilgebiet der theoretischen und praktischen (oder „angewandten“) Pragmatik. In diesem Artikel geht es um kriminelle Sprechakte. Darunter sind solche sprachlichen Handlungen zu verstehen, für die man in einem gegebenen Rechtssystem bestraft werden kann. Kriminelle Sprechakte bilden keine eigene Sprechaktklasse wie Assertive oder Expressive, sondern kommen in allen Klassen vor. Sie können sowohl direkt, als auch indirekt realisiert werden. Bei der indirekten Realisierung handelt es sich um indirekte Sprechakte im Sinne der Sprechakttheorie oder um konversationelle Implikaturen im Sinne der Theorie der konversationellen Implikaturen. Zwei Themenkomplexe werden näher betrachtet. Erstens geht um das Gebiet des Lügens, wobei Lügen als eine unaufrichtige Assertion mit dem Ziel der Täuschung betrachtet wird. Das Gesetz kennt einen eigenen Straftatbestand des Lügens nicht. Dennoch können Lügen in bestimmten Kontexten bestraft werden. Ein einschlägiger Fall ist das Lügen vor Gericht unter Eid (Meineid). Das Bullshitten unterscheidet sich vom Lügen darin, dass der Bullshitter indifferent gegenüber der Wahrheit ist. Bullshitten erscheint also als eine praktische Option, sich nicht auf einen Sachverhalt festzulegen. Darüber hinaus wird gefragt, ob Lügen durch die Realisierung einer täuschenden konversationellen Implikatur möglich ist. Der zweite Themenkomplex ist das Feld von Beleidigung und Hassrede. Bei Beleidigungen ist auffällig, dass es in jeder Sprache lexikalische Ausdrücke gibt (Beleidigungswörter), die dem Ziel der Realisierung einer Beleidigung dienen. Es sind illokutionäre Indikatoren im Sinne der Sprechakttheorie. Hassrede, wozu auch die Verunglimpfung bestimmter Gruppen im Sinne der Volksverhetzung gehört, wird als eine Art der Beleidigung aufgefasst. Dies bedeutet, dass Hassrede prinzipiell durch die Regeln für die Ausführung einer Beleidigung erfassbar ist. Die juristische Beurteilung krimineller Sprechakte stützt sich einerseits auf konkrete Äußerungen, andererseits auf eine Beurteilung des Äußerungskontexts. Es zeigt sich, dass es in der Beurteilung krimineller Sprechakte zu erheblichen Differenzen kommen kann, was mit der inhärenten Komplexität dieser Konzepte zu tun hat.

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„Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“ – Überlieferung, Verwendung und Bedeutung eines Sprichwortes / „The Trees Don’t Grow to the Sky“ – Transmission, Use, and Meaning of a Proverb

Wolfgang Mieder, Universität von Vermont (ORCID: 0000-0002-4002-5304)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-10 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 165–203

Schlüsselwörter: Antisprichwort, Geschichte, Leitmotiv, Literatur, Parömiographie, Politik, Polysituativität, Polyfunktionalität, Polysemantizität, Sprichwort, Variante

Das deutsche Sprichwort “Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen“ mit seiner gekürzten Variante „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“ ist seit dem frühen sechzehnten Jahrhundert überliefert. Seine schriftliche Dokumentation beginnt 1526 mit Martin Luther, und es tritt seit 1590 in zahlreichen Varianten in Sprichwörtersammlungen auf. Goethe zitierte es in seiner Autobiographie, und es erscheint in den Werken von Heinrich Heine, Joseph von Eichendorff, Georg Herwegh, Gottfried Keller, Theodor Fontane, Wilhelm Raabe, Hermann Hesse, Alfred Andersch und anderen. Max Weber und Rosa Luxemburg haben es sozialpolitisch benutzt, und das gilt auch für Winston S. Churchill, der dazu beigetragen hat, es in der englischen Übersetzung „Care is taken that trees don’t grow to the sky“ und „Trees don’t grow to the sky“ zu verbreiten. Joseph Goebbels hat es als propagandistisches Leitmotiv wiederholt zitiert, und es spielt auch in politischen Kontexten bei den Bundeskanzlern Conrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Schmidt eine Rolle. Besonders Aphoristiker wie Dietmar Beetz, Erwin Chargaff, Peter Maiwald. Felix Renner und Gerhard Uhlenbruck haben sich kritisch mit dem Sprichwort auseinandergesetzt und es zu Antisprichwörtern verändert. Anhand von vielen kontextualisierten Belegen wird gezeigt, wie sich das Sprichwort über fünf Jahrhunderte hinweg entwickelt hat und bis heute durch seine Polysituativität, Polyfunktionalität und Polysemantizität geprägt ist.

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Sprachliche Konstruktion positiver und negativer Bilder im politischen Diskurs / Linguistic Construction of Positive and Negative Images in Political Discourse

Nikolina Palašić, Universität in Rijeka (ORCID: 0000-0002-0054-1830)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-11 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 205–217

Schlüsselwörter: Politik, Sprache, Manipulation, Diffamierung, mentale Bilder

Das Thema dieser Arbeit bezieht sich auf die Art und Weise wie die PolitikerInnen mithilfe von Sprache bestimmte mentale Bilder konstruieren oder, besser gesagt, das Auditorium manipulieren indem sie bestimmte Begriffe gezielt einsetzen, um die Zuneigung zur eigenen Seite bzw. die Abneigung des Publikums zum politischen Opponenten zu sichern. Dieser manipulative Einsatz der Sprache lässt sich am deutlichsten im politischen Wahlkampf beobachten, wo man eine Reihe impliziter und expliziter persuasiver und manipulativer Äußerungen vorfinden kann. Für die Zwecke dieser Arbeit wurden kroatische und österreichische Wahlkämpfe verglichen bzw. bestimmte Ausschnitte der Wahlkämpfe, die die untersuchte Problematik am besten präsentieren. Dabei wird versucht darauf hinzuweisen, wie die Sprache das menschliche Denken formt bzw. wie aufmerksam gewählte Begriffe und ihre häufige Wiederholung zur Meinungsbildung beitragen und die schon immanent bestehende Polarität zwischen den politischen Opponenten betonen. In dieser Analyse wird der Akzent darauf gesetzt zu entdecken, welcher sprachlichen Mittel sich die PolitikerInnen bei ihren öffentlichen Auftritten bzw. Wahlkampfreden bedient haben, um beim Elektorat bestimmte (schon bestehende) mentale Bilder zu aktivieren. Dabei wird auch versucht zu bestimmen, bei welchem Wahlkampf man mehr negative Äußerungen gebraucht hat, d. h. ob eher kroatische oder österreichische PolitikerInnen ihren Wahlkampffokus auf (grobe) Diffamierung des politischen Gegners gesetzt haben.

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Kurztexte im öffentlichen Raum in Frankreich – Diskurse zu Sauberkeit, Sicherheit und zur (kulturellen) Partizipation / Short Texts in the Public Sphere in France – Examples of the Discourse Concern

Nadine Rentel, Westsächsische Hochschule Zwickau (ORCID: 0000-0002-8280-2351)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-12 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 219–241

Schlüsselwörter: Kurztexte, Linguistic Landscapes, Multimodalität, öffentlicher Raum, Sauberkeitsdiskurs, Frankreich

Kurztexte im öffentlichen Raum sind allgegenwärtig und können sowohl offizieller Natur als auch informeller Prägung sein. In Bezug auf ihre funktionale Ausrichtung und ihre formale Gestaltung liegt ein breites Spektrum unterschiedlicher illokutiver Zielsetzungen und Gestaltungsprinzipien vor, die es zu erforschen und zu systematisieren gilt. Die Beschreibung sprachlicher, schriftlich realisierter und häufig multimodal gestalteter Texte im öffentlichen Raum wird im Kontext der Linguistic Landscapes-Forschung näher betrachtet. Im vorliegenden Beitrag stehen offizielle, multimodal gestaltete Kurztexte im Zentrum, die im Herbst 2019 in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen und an Hochschulen in Paris, Frankreich Verbreitung gefunden haben. Die Kommunikate, die zu einem Großteil dem Sauberkeitsdiskurs zuzurechnen sind, werden in Hinblick auf das Verknüpfen unterschiedlicher Ressourcen und in Bezug auf ihre kommunikativen Funktionen untersucht. Nach der begrifflichen Definition der der Studie zugrundeliegenden Konzepte des „öffentlichen Raums“ und der „Dispositive“ sowie einer näheren Betrachtung der spezifischen Rezeptionsbedingungen von Kurztexten im öffentlichen Raum erfolgen die Diskussion von Charakteristika von Kurztexten und eine Verortung des Untersuchungskorpus. Im Anschluss werden ausgewählte Beispiele hinsichtlich ihrer formalen Gestaltung und ihrer kommunikativen Funktionen vorgestellt. Die Analyse zeigt eine große Bandbreite bezüglich der funktionalen Ausrichtung der untersuchten Kurztexte auf. Es wird deutlich, dass im öffentlichen Raum unterschiedliche Illokutionen im öffentlichen Raum realisiert werden; so sind im Korpus Handlungsaufforderungen, Verbote und Angebote zur Orientierung nachzuweisen, aber ebenso unverbindliche Angebote zur (kulturellen) Partizipation oder zum Erzeugen kognitiven Vergnügens bei der Dekodierung durch kulturelle Referenzen und/oder Wortspiele. Festzuhalten ist weiterhin ein variabler Normierungsgrad der Kurztexte. Der Grad der Interaktion mit den potenziellen Rezipienten variiert ebenfalls. Die Korpusanalyse zeigt auf, dass die Beteiligung der semiotischen Ressourcen an der Konzeption der Gesamtbotschaft in den Belegen völlig unterschiedlich ausgestaltet sein kann. Damit einher geht ein unterschiedlicher Grad der multimodalen Verknüpfung auf formaler und funktionaler Ebene sowie Varianzen in den Konnexionsmustern. Alle Beispiele machen deutlich, dass eine adäquate Dekodierung der Kurztexte ohne das Beachten der Ortsgebundenheit der Texte und damit einhergehend das Einbeziehen konkreter Objekte in unmittelbarer räumlicher Nähe nicht möglich wäre.

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Selbsteinschätzung der Sprachkompetenz albanischer Migrantinnen und Migranten in Deutschland und der Schweiz – ein Ländervergleich entlang dreier Generationen / Self-assessment of the Language Competence of Albanian Migrants in Germany and Switzerland

Naxhi Selimi, Pädagogische Hochschule Schwyz (ORCID: 0000-0001-6663-8849)
Andrea Cantieni, Pädagogische Hochschule Schwyz (ORCID: 0000-0003-2626-4488)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-13 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 243–258

Schlüsselwörter: Sprachkompetenz, Herkunftssprache, Herkunftsdialekt, Albanisch, Migration

Über die seit drei Generationen in Deutschland und der Schweiz lebende albanische Community wurde bisher viel geschrieben, jedoch wenig geforscht. Man weiss kaum etwas über ihre Sprachsituation, obschon sie in der Schweiz eine der grössten Migrantengruppen darstellt. Dieser Beitrag gibt Einblicke in die herkunftssprachliche Kompetenz dreier Generationen (G1–G3). Es wurden je ca. zwanzig Personen pro Generation und Land (n=120) befragt, wie sie ihre mündliche und schriftliche Sprachkompetenz einschätzen. Die mittels Fragebogen erhobenen und kontrastiv analysierten Daten zeigen, dass der gesprochene Herkunftsdialekt den Alltag der Befragten in Deutschland und der Schweiz prägt und dass sie ihre mündliche Sprachkompetenz in Dialekt und in Standard höher einschätzen als ihre schriftliche Kompetenz; wobei die Distanz zwischen der Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei der G3 beider Länder ausgeprägter ist als bei G2 und G1. Erwartungsgemäss sind die Datenwerte der im Herkunftsland sprachlich sozialisierten G1 höher als diejenigen der in Deutschland und der Schweiz aufwachsenden G2 und G3. Die Befragten der G2 und G3 Deutschlands schätzen ihre mündliche Kompetenz im Standardalbanischen statistisch signifikant höher ein als die Schweizer G2 und G3 ein. Dies überrascht, weil davon ausgegangen wurde, dass das Albanischangebot in der Schweiz größer ist als in Deutschland und die Schweizer Befragten der G2 und G3 einen besseren Zugang zum Standardalbanischen haben.

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Migration macht krank – Gesundheits- und Krankheitsdiskurse in AfD-Wahlprogrammen / Migration Makes You Sick – Health and Disease Discourses in AfD Election Programs

Georg Schuppener, Universität der Hl. Cyrill und Method (ORCID: 0000-0002-8945-4601)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-14 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 259–271

Schlüsselwörter: Migration, Krankheit, Gesundheit, AfD, Wahlprogramm

Der Beitrag widmet sich aus politolinguistischer Sicht der Frage, wie Gesundheits- und Krankheitsdiskurse in Wahlprogrammen der AfD mit dem Migrationsdiskurs verknüpft werden. Dazu werden zwanzig Wahlprogramme der Partei aus den Jahren 2016 bis 2021 inhaltlich ausgewertet, die zu den Wahlen zu den Landtagen, zum Bundestag und zum Europäischen Parlament beschlossen wurden. Auf der Grundlage der Auswertung können sieben verschiedene Teildiskurse identifiziert werden, in denen gesundheits- bzw. krankheitsbezogene Themen mit dem Migrationsdiskurs verknüpft wer- den. Schwerpunkte sind dabei die Darstellung von Migranten als Überträger von Krankheiten, als Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung und insbesondere des Personals im Gesundheitsweisen und die Ausnutzung und damit Gefährdung des deutschen Gesundheitssystems durch Migranten. Bei der statistischen Auswertung zeigt sich, dass Bezugnahmen auf diese Motive in den untersuchten Programmen kontinuierlich vorkommen. Ein deutlich stärkerer Zugriff auf diese Diskurse kann in Wahlprogrammen aus den Neuen Bundesländern nachgewiesen werden. Grundsätzlich werden in allen Teildiskursen Migranten direkt oder indirekt als eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dargestellt. Insgesamt kann gezeigt werden, dass die Bezugnahmen auf Gesundheits- und Krankheitsdiskurse von der AfD in ihr fremdenfeindliches Programm eingebunden werden, um bei den Wählern Bedrohungsgefühle und Angst zu erzeugen. Insgesamt geht es der AfD damit weniger um die Themen Gesundheit und Krankheit als vielmehr um die Verstärkung xenophober Emotionen in der Bevölkerung.

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Sprechakte in der Kommunikation in Kinderwunschforen / Speech Acts in Communication in Fertility Forums

Hanna Stypa, Kazimierz-Wielki-Universität (ORCID: 0000-0002-7837-9271)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-15 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 273–288

Schlüsselwörter: internetbasierte Kommunikation, Kinderwunschforum, Sprechakte

Der vorliegende Artikel fokussiert eine internetbasierte Kommunikationsform, nämlich das Onlineforum. Zum Gegenstand der Untersuchung wird eine seiner Arten gewählt, das Kinderwunschforum. Dort sind User (eigentlich vor allem Userinnen) aktiv, die zum Schwangerwerden medizinische Unterstützung benötigen und sich im Forum mit anderen u.a. über die Behandlungsmöglichkeiten von Kinderlosigkeit austauschen wollen. Obwohl es viele linguistische Forschungsansätze zu Internetforen vorliegen, wurden die Kinderwunschforen selten der Analyse unterzogen. Die Spezifik dieses Forums verursacht aber, dass es viel sprachwissenschaftliches Potential in sich birgt, sodass verschiedene Aspekte dieser Kommunikation erforscht werden können. Der vorliegende Artikel setzt sich zum Ziel zu untersuchen, welche Sprechakte in den Beiträgen in dem gewählten Kinderwunschforum realisiert werden sowie mit welchen lexikalischen und morphosyntaktischen Strukturen sie ausgedrückt werden. Das Korpus bilden 130 Posts, die dem Kinderwunschforum auf der Webseite www.wunschkinder.net entstammen. Das gesammelte sprachliche Material wird mit dem Zweck analysiert, wiederkehrende Muster zu erkennen, um eine Liste der für das Kinderwunschforum typischen Sprechakte zu erstellen. Die Analyse hat ergeben, dass in den Posts u.a. folgende Sprechakte vollzogen werden: BERICHTEN, FRAGEN, MITLEID AUSDRÜCKEN, VERSTÄNDNIS AUSDRÜCKEN, INFORMIEREN, RATSCHLÄGE ERTEILEN, AUFMUNTERN. Neben den neutralen lexikalischen Ausdrücken kommen in den Beiträgen umgangssprachlicher Wortschatz, medizinischer Fachvokabular sowie Kurzwörter oder Abkürzungen vor. Auf der syntaktischen Ebene lassen sich Parataxe und Hypotaxe feststellen, es gibt vollständig gebaute Sätze wie auch Sätze ohne Subjekt.

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„Pantoiosemie“: der vielfache Schriftsinn – zur Interpretation von Bibeltexten / „Pantoiosemy“: the Multiple Meanings of Scripture – for the Interpretation of Bible Texts

Winfried Ulrich, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (ORCID: 0000-0002-4863-4702 )

DOI: 10.23817/lingtreff.21-16 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 289–309

Schlüsselwörter: Text, Bibeltext, Textsemantik, Polysemie, Textproduzent, Textrezipient, Interpreta- tion, Exegese

Eine vergleichende Untersuchung von 19 Predigten über zwei Bibeltexte zeigt große Unterschiede der Textauslegung und der sich daraus ergebenden Verkündigung durch die Geistlichen. Daraus ergibt sich die Frage, ob für die Interpretation von Texten der „Heiligen Schrift“ andere Regeln gelten als für die Rezeption profaner Texte. Es scheint so, als gebe es so etwas wie eine „theologische Polysemie“. Dafür spricht nicht nur die mittelalterliche Lehre vom „vierfachen Schriftsinn“ (wörtlich-historisch, typologisch-allegorisch, moralisch, anagogisch), sondern auch die Breite der modernen Auslegungsmethoden wie der historisch-kritischen, der allegorischen, der existenzialen, der tiefenpsychologischen, der feministischen, der befreiungstheologischen, der rezeptionsästhetischen und der hermeneutischen Methode. Und doch müssen heute auch bei der Exegese biblischer Texte die allgemeinen textlinguistischen und texttheoretischen Erkenntnisse berücksichtigt werden, damit eine eingeschränkte und überschaubare Textmehrdeutigkeit (Polysemie) nicht zu einer grenzenlosen Vieldeutigkeit (Pantoiosemie) mit Deutungsbeliebigkeit und Deutungswillkür wird. Zwar sind alle Texte Ergebnis einer kommunikativen Handlung zwischen Textproduzent mit bestimmten Intentionen und Textrezipient mit bestimmten Erwartungen. Und verschiedene Rezipienten interpretieren die Textaussagen vor dem Hintergrund ihrer individuellen Lebenserfahrungen und ihrer persönlichen Sichtweisen. Aber auch die am Sprachsystem ausgerichtete Zeichenorientierung von Texten darf als Interpretationsrahmen bei der Sinnsuche nicht vernachlässigt werden. Es geht bei einer Textinterpretation immer um das Wechselverhältnis von Sprachstrukturen, Kommunikationshandlungen und Textverwendungssituationen. Deshalb ist jeder Textinterpret verpflichtet, seine Rezeption unter Hinweis auf die sprachgebundenen Informationen auch eines Bibeltextes vor sich selbst und vor anderen zu begründen und zu belegen.

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Bildung und Gebrauch der deutschen und polnischen Toponyme und Probleme bei deren gegenseitiger Wiedergabe / German and Polish Toponyms – Creation, Use and Translation Issues

Ewa Wojaczek, Universität Gdańsk (ORCID: 0000-0003-3170-8055)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-17 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 311–327

Schlüsselwörter: deutsch, polnisch, Toponyme, Übersetzungsprobleme

Jeder Übersetzer steht sehr oft vor dem Problem der Übersetzbarkeit der Eigennamen, zu denen u. a. Toponyme (d. h. Choronyme, eigentliche Toponyme, Urbonyme, Hydronyme und Oronyme) als geographische Eigennamen gehören. Deutsche und polnische Toponyme unterscheiden sich voneinander bezüglich deren Genus und Numerus sowie Rechtschreibung und Reihenfolge deren Bestandteile. Viele Unterschiede bei der Bildung der Toponyme im Deutschen und Polnischen ergeben sich aus der unterschiedlichen Weltanschauung in beiden Sprachgemeinschaften. Bei der Übersetzung dieser lexikalischen Einheiten muss man deshalb zuerst überlegen, ob sie sich überhaupt übersetzen lassen, und wenn schon, dann nach welchen Kriterien dies erfolgen soll. Die (Un)Übersetzbarkeit von Toponymen ist nämlich häufig stark kulturell, historisch bzw. politisch und natürlich rein topographisch motiviert, was in dem vorliegenden Beitrag am Beispiel der ausgewählten polnischen und deutschen Gruppen von geographischen Namen dargestellt wird. In den offiziellen Dokumenten, wo das Kriterium der sprachlichen Verständlichkeit eine entscheidende Rolle spielt, werden im Prinzip fremdsprachige Äquivalente der Toponyme verwendet, soweit es sie überhaupt gibt. Manche Toponyme müssen bei deren Wiedergabe aus historischen Gründen zwecks ihrer Begriffsdeutung oder Präzisierung gewissen Änderungen unterliegen. Landes- und kulturspezifische Toponyme, die keine Äquivalente in einer fremden Sprache haben, bleiben dagegen in der Regel unverändert in ihrer Originalform in den übersetzten Texten. Bei deren Wiedergabe werden meistens fremdsprachige Gattungsbezeichnungen hinzugefügt.

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Moby respią się dla leveli – a Corpus-Based Study of English Lexical Influence on the Polish Community of Minecraft Gamers / Moby respią się dla leveli – a Corpus-Based Study of English Lexical Influence on the Polish Community of Minecraft Gamers

Katarzyna Faliszewska, Jan-Długosz-Universität Częstochowa (ORCID: 0000-0002-8463-7775)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-18 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 321–345

Schlüsselwörter: Anglizismen, Gaming-Community, Gaming-Soziolekt

Es ist eine Tatsache, dass Englisch als lingua franca, zur Hauptkommunikation in der Computerwelt dient. Das ist besonders erkennbar in dem Fall von polnischen Online-Spielern, die in dem ständigen Kontakt mit der englischen Sprache stehen, sowohl beim Spielen, bei der Kommunikation mit anderen Spielern, als auch über soziale Medien. Wenn man die Intensität der sprachlichen Kontakte in Betracht zieht, kann man erwarten, dass ein Soziolekt von Spielen eine reiche Quelle für verschiedene Arten von Anglizismen ist. Trotzdem hat dieses Phänomen keine besondere Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf sich gezogen und deshalb ist es wert genauer zu untersuchen. Die vorliegende Arbeit hat als Ziel, die Anglizismen zu untersuchen, die in einem Soziolekt polnischer Minecraft-Spieler auftreten, auf der Grundlage der Sammlung aus 21 YouTube-Filme und 10 Online-Foren, die dem betreffenden Spiel gewidmet sind. Der Autor versucht, den Grad der Anpassung der Lehnwörter an die polnische Sprache in Bezug auf Phonologie, Morphologie und Rechtschreibung näher zu analysieren und die Beispiele für die in der Sammlung dargestellten Lehnübersetzungen und Hybriden zu besprechen. Darüber hinaus konzentriert sich der Artikel auf die Bedeutung geliehener Elemente und es wird versucht, ihre Rolle im Soziolekt der Minecraft-Spieler-Gemeinschaft festzustellen. Insgesamt sammelt der Korpus 122 Lehnwörter (einfache Lexeme, zusammengesetzte Substantive und Akronyme), 20 Lehnübersetzungen und eine Lehnhybride. Die Analyse legte vorläufig fest, dass obwohl die meisten Lehnwörter morphologisch und phonologisch mit der polnischen Sprache integriert sind, behalten fast alle Elemente die ursprüngliche Rechtschreibung. Der Körper zeigt auch eine Gruppe der Lexeme, deren Aussprache auf der Rechtschreibung basiert, was beweist, dass Lexeme auf zwei Arten auf den Soziolekt der Spieler übertragen sind: grafisch und gesprochen. Die Forschung hat gezeigt, dass Anglizismen nicht nur in der Minecraft-Community verwendet sind, sondern sind sie auch in dem Soziolekt von Spielen akzeptiert. Dies selbst zeigt auf lexikalische Vielfalt des Soziolekts von Spielen.

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Intersemiotischer Charakter des Films „Er ist wieder da“ am Beispiel vielerlei Übersetzungsstrategien / Intersemiotic Character of the Movie: “Er ist wieder da” Based on Various Translation Strategies

Mateusz Kminikowski, Die Schlesische Universität Katowice (ORCID: 0000-0002-5592-9445)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-19 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 347–360

Schlüsselwörter: „Er ist wieder da“ , audiovisuelle Übersetzung, intersemiotische Redundanz, Übersetzungsstrategien, deutsch-polnische interlinguistische Untertitelung

Der Beitrag rückt die Film-Untertitelung und die daraus resultierenden Übersetzungsstrategien in den Vordergrund. Schwerpunkte des Artikels sind dabei zum einen die technischen Beschränkungen, die daraus entstehende Notwendigkeit der Textverkürzung, -verdichtung und -vereinfachung und dazu angewandte Übersetzungsstrategien nach Gottlieb, Chesterman, Tomaszkiewicz und Belczyk, bspw.: Deletion, Kondensation, Außerachtlassung, Zahlen, Dezimation, Paraphrasierung, Vereinfachungen auf der Syntaxebene etc. Zum anderen handelt es sich um die Übersetzung kulturbezogener Komponenten, aufgrund der folgenden Strategien: Auslassung, wörtliche Übersetzung, Entlehnung, Anpassungen, Ersatz von Kulturspezifika, Verallgemeinerung, Übersetzung des schwarzen Humors, Explikationen/Erläuterungen. Als Fallstudie diente hierbei die deutsch-polnische Untertitelung des Films „Er ist wieder da” (2015), aus dem vielerlei Beispiele die aufgegriffenen Erscheinungen veranschaulichen. Ziel dieses Beitrags ist die Auseinandersetzung mit der übersetzten sprachlich-kulturell-komischen Trias unter Berücksichtigung der bei der Übersetzung angewandten Strategien. Anhand der multidimensionalen (auf syntaktisch-semantisch-pragmatischer Ebene) Analyse des Originals und dessen Übersetzung wurde nachgewiesen, dass der Übersetzer vor scheinbar unüberwindbaren Hürden stand. Um äquivalent zu übersetzen, musste er vielerlei Wortkombinationen in Anspruch nehmen. Durch zahlreiche Beispiele der Textverdichtungsstrategien lässt sich feststellen, dass viele Filmszenen intersemiotisch übersetzbar werden. Viele Auslassungen, die durchgeführt wurden, konnten ohne Probleme mit Hilfe von Bild und/ oder Ton kompensiert werden, so dass es für den Zuschauer auf semantisch-interkultureller Ebene unbemerkbar sein soll.

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Deutsche und polnische Liedtexte im Rap als biographische Textsorte / German and Polish Song Lyrics in Rap as Biographical Text Types

Karolina Niściór, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0003-3866-6871)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-20 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 361–378

Schlüsselwörter: Rap, Raptexte, autobiografische Textsorte, Biografien

Die Raptexte behandeln oft dieselben Themen aus verschiedenen Sichtweisen. Die Musiker wählen für ihre Rapstücke die Themen, mit denen sie sich im Moment des Schaffens identifizieren. Diese Texte werden von den Sprachwissenschaftlern zwar gründlich angenommen, aber zurzeit betrachtet man Rap nicht als Ganzes, sondern konzentriert sich auf seine einzelnen Erscheinungen. Im Beitrag wird analysiert, ob deutsche und polnische Liedtexte im Rap als eine autobiografische Textsorte betrachtet werden können und über welche Informationen sie die Biografien ihrer Autoren bereichern können. Angefangen wird mit der Geschichte des Raps, die die Auskunft über das primäre Ziel und die Hauptfunktionen dieser Musikgattung gibt. Das Untersuchungsmaterial wurde 23 deutschen und 25 polnischen Liedern entnommen und mit zugänglichen Informationen über die Autoren verglichen. Alle Zitate werden den sich am häufigsten wiederholbaren Lebenskategorien zugeordnet und gezählt. Im Lichte des analysierten Materials ist es eindeutig, dass eine Divergenz nicht nur zwischen einzelnen Autoren, sondern auch zwischen der deutschen und polnischen Wahrnehmung vieler Lebensaspekte besteht.

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Multimodale Vermittlung von Emotionen am Beispiel von Tweets über Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk / Multimodal Mediation of Emotions Using the Example of Tweets about Nobel Prize Winner Olga Tokarczuk

Patrycja Skoczylas, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0001-5078-1544)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-21 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 379–388

Schlüsselwörter: Emojis, Emotionen, Multimodalität, Mehrdeutigkeit, Tweets, Sprachwissenschaft

Der Beitrag bezieht sich auf die emotionale Ebene in der Online-Kommunikation, die durch bunte Emojis in sozialen Medien auf besondere Art und Weise in Erscheinung tritt. Die Funktionen von diesen Bildzeichen ermöglichen den Menschen, ihre Emotionen und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Es ist damit verbunden, dass man immer seltener mit den Face-to-Face-Situationen in der digitalen Kommunikation zu tun hat. Außerdem führt ihre Verwendung zur Multimodalität der zahlreichen digitalen Beiträge, was sie besonders bereichert, bunt ausbaut und ergänzt. Die Forschungen zu Emojis gewinnen mit der Zeit in der Sprachwissenschaft an Bedeutung, deswegen bilden sie einen breiten Bereich zur Entwicklung und Entdeckung neuer Phänomene. Das Ziel dieses Beitrags ist die Überlegung, welche Emotionen sich mithilfe der Emojis vermitteln lassen und ob diese Bildzeichen eine neue Kommunikationsform herstellen können. Aus diesem Grund wird ihr Einfluss auf die digitale Kommunikation untersucht, indem ausgewählte Tweets über Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk anhand drei Hauptkriterien (Form, Inhalt und Emotionen der Emojis) analysiert werden. Schlussfolgerungen bringen ans Tageslicht die Feststellung, dass die Emojis trotz ihrer Mehrdeutigkeit sowohl positive, als auch neutrale und negativen Emotionen vermitteln können. Die neue Kommunikationsform weckt Interesse der Internetbenutzer, was zu nächsten unbekannten Verwendungsmöglichkeiten führen kann. Die Emojis sind ein noch nicht genau geforschter Bereich, deswegen ist ihre Untersuchung von Sprachwissenschaftlern bemerkenswert.

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Analiza zadań rozwijających pisanie w języku angielskim w wybranych podręcznikach do nauki języka angielskiego w szkołach ponadpodstawowych w Polsce pod kątem osobowości ucznia / Analysis of the Tasks Developing Writing Skill in English in Selected Textbooks for Teaching English in Secondary Schools in Poland in Terms of the Student’s Personality

Anna Szuchalska, Universität Białystok (ORCID: 0000-0003-2358-0696)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-22 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 389–404

Schlüsselwörter: Persönlichkeitstypen, Schreibfähigkeiten, englische Lehrbücher, Übungsanalyse

Analyse der Aufgaben, die das Schreiben in Englisch in ausgewählten Lehrbüchern für das Englischlernen an Sekundarschulen in Polen im Hinblick auf die Persönlichkeit des Schülers entwickeln. Obwohl das Schreiben ein untrennbarer Bestandteil des Alltags der Menschen und fester Bestandteil aller externen Prüfungen ist, scheint es sowohl von Lehrenden als auch von Lernenden für Englisch als Fremdsprache vernachlässigt zu werden. Einer der Gründe könnte die Tatsache sein, dass das Angebot an Aktivitäten zur Entwicklung von Schreibfähigkeiten in Lehrbüchern nicht vielfältig genug ist und nicht auf die Bedürfnisse jedes Schülers eingeht. Die Autorin hat sich für eine Recherche entschieden, um zu untersuchen, wie die Lehrbücher Schreibkompetenz vermitteln und die darin enthaltenen Bildungsinhalte anhand von Aufgaben für Studierende unterschiedlicher Persönlichkeitstypen eingeführt werden. Drei Lehrbücher für den Englischunterricht in weiterführenden Schulen (Checkpoint B1+ – Macmillan Polska, Focus 3 Second Edition – Pearson), Vision 3 – Oxford University Press) wurden analysiert. Die Forschungsarbeit bestand darin, jede Übung zur Entwicklung der Schreibfähigkeit im Hinblick auf einen bestimmten Persönlichkeitstyp zu klassifizieren. Die Klassifikation basierte auf der Beschreibung der Persönlichkeitstypen von George Jensen und John DiTiberio. Die Studie zeigte, dass es in drei ausgewählten Lehrbüchern insgesamt 269 Aktivitäten zur Entwicklung von Schreibfähigkeiten gibt, von denen die meisten für Introvertierte (69), Denk– (40) und Wahrnehmungstypen (38) geeignet sind. Auf der anderen Seite gibt es eine relativ kleine Anzahl von Übungen, die für Intuitions– (10), Fühl– (6) und Urteils-Typen (5) geeignet sind. Die Ergebnisse der Forschung können von Verlagen genutzt werden, um ein Lehrbuch zu erstellen, das den Bedürfnissen von Studenten unterschiedlicher Persönlichkeiten gerecht wird. Für Lehrkräfte kann die folgende Analyse hilfreich sein, um ihren Schreibunterricht so zu gestalten, dass sie ihren Schülern sowohl im Alltags– als auch im Prüfungsbereich zu überragenden Schreibleistungen verhelfen.

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Zur Struktur der biografischen Einträge in deutschen und polnischen Lexika und Enzyklopädien am Beispiel von Heinrich Laube / About the Structure of the Biographical Entries in Dictionaries and Encyclopedias Using Heinrich Laube as an Example

Katarzyna Tymińska, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0002-1385-0982)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-23 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 405–417

Schlüsselwörter: enzyklopädisches Stichwort, Heinrich Laube, Wörterbuchartikel, biografische Einträge, Nachschlagewerk

Der Beitrag setzt sich zum Ziel, die lexikalische Struktur der biografischen Einträge in Lexika und Enzyklopädien zu untersuchen. Im Lichte der bisherigen Forschungsfragen fehlt es an der Untersuchung von solchen Behandlungen der biografischen enzyklopädischen Stichwörter. Die Grundlage der Analyse bilden enzyklopädische Einträge biografischen Charakters am Beispiel von Heinrich Laube, dem deutschen Schriftsteller und Theaterleiter. Für die Zwecke der Studie wurden folgende Begriffe definiert: Biografie, enzyklopädische Nachschlagewerke (Lexika und Enzyklopädien), Einträge (Lemmaartikel/Wörterbuchartikel). Das Ziel ist zu untersuchen, wie die biografischen Einträge in solchen Nachschlagewerken inhaltlich und syntaktisch strukturiert werden. Es wird dabei den Fragen nachgegangen, ob sie eine komplexe und reguläre Konstruktion aufweisen und ob auf dieser Grundlage ein Muster der biografischen Textsorte erstellt werden kann. Das Forschungsmaterial besteht aus gedruckten deutschen und polnischen Lexika und Enzyklopädien vor allem aus dem 19. und 20. Jh. und umfasst zum Vergleich auch gegenwärtige Online-Nachschlagewerke. Die Analyse beweist, dass die biografischen Einträge in Enzyklopädien eine sichtbare und reguläre Struktur bilden. Die polnischen und deutschen Belege werden miteinander verglichen und aufgrund der Analyse von 18 deutschen und 24 polnischen Nachschlagewerken wird festgestellt, dass alle Forschungsquellen keine größeren Abweichungen enthalten und werden ähnlich sowohl inhaltlich als auch syntaktisch strukturiert. Zum Schluss wird nachgewiesen, dass die Artikel aus sechs folgenden thematischen Teilen bestehen: kurze Vorstellung (Name, Vorname, Pseudonym), Geburts– und Todesangaben, Hauptbezeichnung (Beruf), chronologische Darstellung von Fakten aus Leben, Leistung und Werken und im Fall von Online-Quellen – zusätzliche Bemerkungen über seinen Tod und Grab. Die Analyse könnte eine praktische Umsetzung bei weiteren Behandlungen von biografischen Textsorten oder Textvarianten haben und ergänzt bisherige Untersuchung von Wörterbuchartikeln.

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Pięćdziesiąt twarzy kapitalizmu. O profilowaniu pojęcia kapitalizm w języku polskim (na podstawie encyklopedii i słowników języka polskiego) / Fifty Shades of Capitalism. Shaping of the Concept of Capitalism in Polish (on the Basis of Encyclopedias and Dictionaries of the Polish Language)

Kamil Uryszek, Universität Wrocław (ORCID: 0000‒0001‒7408‒3513)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-24 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 419–438

Schlüsselwörter: Kapitalismus,, lexikographische Analyse, sprachliches Weltbild, Ethnolinguistik

Bezeichnungen der Systemdoktrinen sind sowohl Etiketten als auch Orientierungspunkte in einer öffentlichen Debatte. In Bezug auf sie bestimmen die Beobachter ihre politische Identität und bilden Vorstellungen ihrer Gegner. Deswegen unterscheidet sich ihr semantischer Inhalt je nachdem, wer und zu welchem Zweck diese Bezeichnungen im öffentlichen Raum verwendet. Das ist der Hauptgrund, warum solche Bezeichnungen der Untersuchungsgegenstand der Sprachwissenschaftler, die sich mit der Sprache als ein Element des gesellschaftlichen Lebens beschäftigen, geworden sind. Eine dieser Bezeichnungen ist Kapitalismus – der Schlüsselbegriff der politischen Transformation. Die Debatte um Kapitalismus dreht sich heutzutage immer noch, jedoch mit variabler Intensität. Diese Bezeichnung und die Konzepte dahinter wurden der Gegenstand der Untersuchungen von Linguisten, paradoxerweise in geringerem Maße, als man erwarten könnte. Ich möchte diese Lücke erfüllen. Mein Ziel ist es, die Entwicklung des Begriffs Kapitalismus in verschiedenen historischen Perioden in Polen darzustellen. Das Untersuchungsmaterial wurde den polnischen Enzyklopädien und Wörterbüchern der polnischen Sprache entnommen. Da die Auswahl der Quellen nicht repräsentativ für die ganze polnische Sprache ist, betrachte ich diese Untersuchung als eine Anregung zu weiterer Forschung. Methodologisch greife ich nach der Konzeption des sprachlichen Weltbildes. Zum ersten Mal erscheint der Begriff Kapitalismus an der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts in polnischen Enzyklopädien und Wörterbüchern. Seit diesem Zeitpunkt ist der Umfang der Definitionen und die Anzahl ihrer semantischen Komponenten gestiegen, wobei sich ihre endgültige Anzahl, Art und Hierarchisierung abhängig von der im Beitrag untersuchten historischen Periode unterschieden haben. Zwei Zäsuren in der Profilierung des Begriffs Kapitalismus waren die Jahre 1945 und 1989. Das ermöglicht, die These bzgl. der bedeutenden Rolle der Enzyklopädien und Wörterbücher bei der Konsolidierung bestimmter Kenntnisse und dem Legitimieren der politischen Regime zu formulieren.

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Kommunikative Konstruktion von Interkulturalität: Fallbeispiele in Erstkontaktgesprächen zwischen deutsch- und russischsprachigen Studierenden / Communicative Construction of Interculturality: Examples from Initial Encounters between Native German and Russian Speaking Students

Lea Wölk, Universität Erfurt (ORCID: 0000-0002-3965-6248)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-25 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 439–455

Schlüsselwörter: Interkulturalität, interkulturelle Accounts, kulturelle Zugehörigkeit, deutsch-russische studentische Kommunikation

Der Beitrag widmet sich der kommunikativen Hervorbringung von Interkulturalität in Erstkontaktgesprächen zwischen deutsch- und russischsprachigen Studierenden. Anders als in klassischen Ansätzen zur Erforschung interkultureller Kommunikation werden Kultur beziehungsweise kulturelle Zugehörigkeit hier als Größen verstanden, die in der zwischenmenschlichen Interaktion kommunikativ, vor allem mittels Sprache, hervorgebracht werden (Altmayer 2020, Hausendorf 2000, Földes 2007, Günthner 2019). Im Mittelpunkt steht die Frage nach konkreten Verfahren, mit denen die Gesprächsteilnehmer kulturelle Differenz / Zugehörigkeit als relevante Größe in der Interaktion erzeugen. Anhand einer empirischen Untersuchung von deutsch-russischen studentischen Gesprächen (circa zwei Stunden Audiomaterial) soll exemplarisch nachgezeichnet werden, wie die Beteiligten kulturell differente Zugehörigkeit in der laufenden Interaktion (re-)aktivieren und im Zuge dessen eine konkrete Interaktionssituation als interkulturell konstruieren. Es wird verdeutlicht, dass die Gesprächspartner Interkulturalität reflexiv als Ressource nutzen und damit zusätzliche Möglichkeiten der Gesprächsgestaltung erschaffen. Methodisch ist die Untersuchung an der Interaktionalen Linguistik (Selting/Couper-Kuhlen 2000, Couper-Kuhlen/Selting 2001) orientiert. Den theoretischen Rahmen bilden unter anderem aktuelle Ansätze zum Kultur- und Interkulturalitätsbegriff (u. a. Földes 2009) und das Konzept der interkulturellen Accounts (u. a. Dausendschön-Gay/Krafft 1998, Wolf 1998).

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Vulgarismen in deutschen und polnischen Rap- und Rocksongs. Eine semantische und strukturelle Analyse / Vulgarisms in German and Polish Rap and Rock Songs. A Semantic and Structural Analysis

Małgorzata Derecka, Warmia und Mazury-Universität in Olsztyn (ORCID: 0000-0002-4971-5782)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-26 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 459–463

Schlüsselwörter: Vulgarismen, Aggression, Wortbildung, Rock- vs. Rap-Liedtexte

Wer den Verfall der deutschen Sprache befürchtet, der verwendet folgende Argumentation: unzählige Fremdwörter im deutschen Sprachsystem, patchworkartige Sprachverwendung mit all ihren sprachlichen Erscheinungen, wie Abkürzungen und Kurzformen, Mehrsprachigkeit, Code-Switching, Bricolage, Hybridbildungen und Entlehnungen, grammatikalische Reduzierung und Abweichung von den Grammatiknormen, Kodifizierung der Sprache. Viele von diesen sprachverändernden Prozessen werden mit Globalisierung und enormer Mobilität der Menschen in der heutigen Welt erklärt und sogar gerechtfertigt. Etwas weniger Verständnis hat man für den Gebrauch von Vulgarismen nicht nur im Alltagsleben, sondern auch in den Medien. Was vor einigen Jahrzehnten nicht denkbar war, ist heute Wirklichkeit geworden: Vulgarismen durchdringen die öffentliche Sprache und werden sogar von den Prominenten gebraucht. Während einzelne Schimpfwörter nicht mehr zu schockieren scheinen, wird ihre Anhäufung in den Rock- und Raptexten von vielen komplett abgelehnt oder als Tabuthema umgangen. Krystian Suchorab setzt sich in seiner Monographie, die einer semantischen und strukturellen Analyse der Vulgarismen in den deutschen und polnischen Rap- und Rocktexten gewidmet ist, mit dem Gebrauch von Vulgarismen auseinander und weist u. a. auf folgende Aspekte hin: Vulgarismen und Aggression in der Musik; Liedtext als Kommunikationsform; semantische und strukturelle Analyse der vulgären Lexeme in den deutschen und polnischen Rap- und Rocksongs. Mit dem Beitrag bricht der Autor ein Tabu und bereichert mit seinen Untersuchungen die bereits bestehende, jedoch nicht besonders umfangreiche Literatur zum Thema Vulgarismen. Das Thema scheint nach wie vor aktuell und weitere Forschungen wert zu sein.

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Funktionsverbgefüge – definitorische Abgrenzung, wissenschaftliche Verortung und funktionales Potenzial in der Kommunikation / Functional Verb Structure – Definitional Delimitation, Scientific Location and Functional Potential in Communication

Marcelina Kałasznik, Universität Wrocław (ORCID: 000-0003-2713-5880)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-27 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 465–471

Schlüsselwörter: Funktionsverbgefüge, Grammatik, Phraseologie

Bei Funktionsverbgefügen (= FVG) handelt es sich um ein Phänomen, das in der germanistischen Sprachwissenschaft weiterhin kontrovers diskutiert wird. Trotz der relativ langen Forschungstradition, die in die 1960er Jahre zurückreicht, gibt es Unstimmigkeiten in Bezug auf die Definition dieser Erscheinung, deren Verortung im Sprachsystem (Zuordnung zur Grammatik einerseits oder zur Phraseologie andererseits) und deren Funktionen in der Kommunikation. Dieses Problem scheint in der Linguistik wahrgenommen zu werden, wovon die im Jahre 2021 beim Verlag de Gruyter veröffentlichte Monographie von Volker Harm zeugt. Im vorliegenden Beitrag wird die neu erschienene Monographie von Volker Harm und ihre Leistung für die germanistische Forschung in diesem Bereich besprochen. Die hier vorgestellte Untersuchung setzt sich zum Ziel, einen Neuansatz für die Betrachtung von FVG zu entwerfen. Dabei wird bei der Beschreibung von FVG auf die Theorie der Konstruktionsgrammatik und ausgewählte Konzepte der lexikalischen Semantik zurückgegriffen. Es werden verschiedene Merkmale, die den FVG traditionellerweise in der Forschung zugeschrieben werden, eingehend analysiert und im Rückgriff auf die Fachliteratur sowie ausgewählte Beispiele der Verwendung von FVG ausgewertet. Zum zentralen Kriterium für die Herausbildung der Kategorie FVG wird der Typ der Verbindung zwischen dem Nomen und dem Verb, genauer gesagt die Implikation Nominalbedeutung → Gesamtbedeutung erhoben, wodurch sich FVG als eine eigenständige Klasse von Nomen-Verb-Verbindungen unterscheiden lässt.

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Das deutsche und polnische verbale System im Vergleich – die Perspektive des Fremdsprachenunterrichts / A Contrastive View on German and Polish Verbal System – the Perspective of the Foreign Language Teaching

Przemysław Staniewski, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0002-1903-6316)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-28 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 473–480

Schlüsselwörter: kontrastive Sprachwissenschaft, das Verb, Deutsch, Polnisch

Der Rezensionsbeitrag bespricht das Buch von Andrzej Kątny „Das Polnische im Spiegel des Deutschen. Studien zur kontrastiven Linguistik“. In dem einführenden Teil wird zunächst auf die Notwendigkeit der Durchführung kontrastiv angelegter Studien sowie auf die wahrscheinlichen Gründe der Lernschwierigkeiten einer Sprache hingewiesen, denen zwischensprachliche Unterschiede – hier bezogen auf das Deutsche und Polnische – zugrunde liegen. Im weiteren Teil des Beitrags wird detailliert auf die jeweiligen Kapitel eingegangen, wobei besonderes Augenmerk dem ersten Abschnitt, der die Fragestellung und bedeutende Rolle kontrastiver Sprachwissenschaft für den Fremdsprachenunterricht behandelt, gewidmet wird. Ebenso wird besondere Aufmerksamkeit den zwei folgenden Kapiteln geschenkt, in denen sich der Autor der äußerst wichtigen Frage der Aspektualität zuwendet. Im weiteren Verlauf des Beitrags werden folgende im Buch problematisierte grammatische Phänomene des deutschen und polnischen verbalen Systems diskutiert: Tempora, Passiv, Modi, Modalverben sowie das Konzept des Einschätzens und grammatische Mittel dessen Verbalisierung. Unter Bezugnahme auf die Zielsetzung des Werkes als einer didaktischen Hilfe wird auf die präsentierten Überlegungen aus der Perspektive des Fremdsprachenunterrichts eingegangen.

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Probleme der Lexikographie und Didaktisierung von Phraseologismen für Deutsch lernende Polen / Problems of Lexicography and Didactization of Phraseologisms for German Learning Poles

Joanna Szczęk, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0001-8721-6661)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-29 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 481–487

Schlüsselwörter: Idiome, Idiomatik, Phraseodidaktik, Lexikographie

Idiome sind ein Bestandteil der Lexik in der jeweiligen Sprache und werden von den Lernenden der jeweiligen Fremdsprache als eine harte Nuss zu knacken betrachtet. Die Didaktisierungsvorschläge im Bereich der Idiomatik scheinen dabei nicht ausreichend zu sein. Das betrifft auch das Sprachenpaar Deutsch und Polnisch. Desto willkommener sind phraseodidaktische Publikationen, mit denen man versucht, diesem Mangel abzuhelfen. Die Verbindung der phraseodidaktischen und lexikographischen Praxis scheint dabei eine gute Idee zu sein. Ein solcher Versuch ist das Werk von Daniel Berg: „300 idiomów języka niemieckiego“, das neulich als E-Book im PWN-Verlag erschienen ist. Im Beitrag wird im Lichte des bisherigen phraseodidaktischen Angebots für Deutsch lernende Polen die Publikation von Daniel Berg kritisch ausgewertet. Da die Publikation viele Mängel in jederlei Hinsicht aufweist, wird von deren Einsetzung im DaF-Unterricht abgeraten. Der Autor missachtet nämlich alle Regeln, denen man beim Verfassen eines didaktischen und lexikographischen Werkes zu folgen hat. Vor diesem Hintergrund wird auch vermutet, dass entsprechende Korrekturen nicht vorgenommen wurden. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass phraseodidaktische Werke einer besonderen Behandlung bedürfen, bei der Theorie mit der Praxis verbunden werden soll.

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Bericht über die internationale und interdisziplinäre Tagung „Die kulinarische Welt in Sprache, Kultur und Literatur I“, 18.–20. November 2021 (online) /

Aleksandra Kamińska, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0002-3474-5495)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-30 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 491–495

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Sprachliche und interkulturelle Kommunikation im Rahmen des Projektes „Ausbildung von Hochschulstudenten in den technischen Fachbereichen für den globalen Arbeitsmarkt“ (2016–2018, Lehrstuhl für Sozialwissenschaften, Technische Universität in Košice, Slowakische Republik) /

Roman Sorger, Technische Universtität in Košice (ORCID: 0000-0003-1489-1599)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-31 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 497–503

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Bericht über die Internationale Tagung „Soziologische, pragmatische und kulturelle Forschungsperspektiven in Sprache und Sprachwissenschaft (= Linguistische Treffen in Wrocław VIII)“, 16.–18. September 2021 in Wrocław, online /

Krystian Suchorab, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0003-1831-7973)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-32 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 505–510

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Bericht über die internationale Tagung „Texte im Raum“ (= Tage der Angewandten Linguistik IV), 3.2.2022, online /

Joanna Szczęk, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0001-8721-6661)

DOI: 10.23817/lingtreff.21-33 (online zugänglich: 2022-07-06)

S. 511–513

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