• Linguistische Treffen in Wrocław •

ISSN: 2084-3062 • e-ISSN: 2657-5647 • DOI: 10.23817/lingtreff • Absprungrate: 38% (2025)

Texte, die in der Zeitschrift „Linguistische Treffen in Wrocław“ veröffentlicht werden, stehen allen Nutzern im Open Access auf Grund der Lizenz CC BY-SA zur Verfügung.

Linguistische Treffen in Wrocław

Heft 29 (2026): I

Herausgegeben von: Marcelina Kałasznik (Univeristät Wrocław), Joanna Szczęk (Universität Wrocław), Artur Tworek (Univeristät Wrocław)

Inhalt
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20 Jahre der Linguistischen Treffen in Wrocław / 20 Years of „Linguistische Treffen in Wrocław“)

Joanna Szczęk, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0001-8721-6661)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-1 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 17–29

Schlüsselwörter: Linguistische Treffen in Wrocław, Tagungen, Zeitschrift

Der vorliegende Beitrag bietet einen umfassenden Überblick über die zwanzigjährige Entwicklung des Tagungszyklus „Linguistische Treffen in Wrocław“, der sich seit seiner Gründung im Jahr 2006 zu einem etablierten und international anerkannten Forum der germanistischen Linguistik entwickelt hat. Ausgangspunkt der Initiative war die Organisation einer Tagung der Gesellschaft für Sprache und Sprachen (GeSuS) in Wrocław, aus der sich in der Folge ein eigenständiges, regelmäßig stattfindendes wissenschaftliches Format herausbildete. Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Darstellung der Genese, der institutionellen Entwicklung sowie der thematischen Ausrichtung der einzelnen Tagungen. Berücksichtigt werden dabei sowohl die jeweiligen Rahmenthemen als auch die Entwicklung der Teilnehmerzahlen, die zunehmende Internationalisierung sowie die Einbindung unterschiedlicher Forschungsansätze und methodologischer Perspektiven. Ein besonderer Fokus liegt auf der Transformation der ursprünglich als Schriftenreihe konzipierten Publikationsplattform in eine wissenschaftliche Zeitschrift, wodurch die nachhaltige Dokumentation der Tagungsergebnisse sichergestellt wurde. Darüber hinaus wird die Rolle des Tagungszyklus im Kontext der wissenschaftlichen Kommunikation analysiert. Die „Linguistischen Treffen in Wrocław“ fungieren als Plattform für den Austausch aktueller Forschungsergebnisse, die Initiierung wissenschaftlicher Kooperationen sowie die Integration von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in internationale Diskurszusammenhänge. Hervorgehoben wird zudem die Bedeutung der Tagungen für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die sich unter anderem in der Etablierung der „Linguistischen Juniorentreffen in Wrocław“ manifestiert. Die Analyse zeigt, dass sich der Tagungszyklus durch eine hohe thematische Offenheit, eine ausgeprägte Internationalität sowie eine enge Verbindung von Tagung und Publikation auszeichnet. Diese Merkmale tragen wesentlich zur Stabilität und Weiterentwicklung des Formats bei. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass die „Linguistischen Treffen in Wrocław“ auch künftig ein wichtiges Forum für die Diskussion aktueller Fragestellungen der germanistischen Linguistik darstellen können, insbesondere im Kontext zunehmender Interdisziplinarität und sich wandelnder Forschungsfelder.

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Entwicklung eines dreisprachigen Wörterbuchs für islamische Internatsschüler: Eine korpusgesteuerte Methode / Developing a Trilingual Dictionary for Islamic Boarding School Students: A Corpus-Based Method)

Julia Agustina, Universität Hamzanwadi (ORCID: 0009-0004-4733-9244)
M. Adib Nazri, Universität Hamzanwadi (ORCID: 0000-0003-4356-0190)
Muhammad Husnu, Universität Hamzanwadi (ORCID: 0000-0002-0218-3838)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-2 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 31–44

Schlüsselwörter: Dreisprachiges islamisches Wörterbuch, Wortschatzerweiterung, Korpusgesteuerte Methodik, Vier-D-Design

Die Entwicklung dreisprachiger Wörterbücher unter Verwendung von Korpusdaten hat sich als zentrale Methode zur Verbesserung des Sprachenlernens etabliert. Die Erstellung eines dreisprachigen Wörterbuchs für Englisch, Arabisch und Indonesisch, insbesondere im Kontext islamischer Internate, ist jedoch bislang selten vorgekommen. Eine solche Entwicklung wird als notwendig erachtet, um Vorschriften zu berücksichtigen, die es den Schülern verbieten, Wörter online nachzuschlagen. Um ein dreisprachiges Wörterbuch systematisch zu erstellen, das den Sprachgebrauch authentisch widerspiegelt, wurde in dieser Studie eine 4-D-Design-Methodik angewendet: Definieren, Entwerfen, Entwickeln und Verbreiten. Dieser Prozess umfasste die Ermittlung der Bedürfnisse von 50 Schülern und fünf Englischlehrern der Darul Muttaqien NWDI Perian mittels Fragebogen, Interviews und Fokusgruppendiskussionen (FGD). Die Ergebnisse zeigten, dass die Schüler sowohl bei allgemeiner als auch bei pesantren-spezifischer englischer Terminologie mit erheblichen Wortschatzlücken konfrontiert sind, was in erster Linie auf begrenzte Sprachkontakt- und Übungsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Daher war die Entwicklung eines dreisprachigen Wörterbuchs nach den Ergebnissen der Bedarfsanalyse unerlässlich. Diese Studie ging über den unmittelbaren Nutzen der Wortschatzanreicherung hinaus und schlug zudem einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Art und Weise vor, wie dreisprachige Wörterbücher im Bildungskontext, insbesondere in islamischen Internaten, erstellt und genutzt werden können. Durch die Nutzung von Korpusdaten können Lehrkräfte dynamischere und anpassungsfähigere Sprachressourcen schaffen, die den sich wandelnden Bedürfnissen der Schüler gerecht werden.

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Kinderlieder in Translation: Funktionale Äquivalenz jenseits des Semantischen / Nursery Rhymes in Translation: Functional Equivalence beyond Semantics)

Elke Cases Berbel, Universität Complutense Madrid (ORCID: 0000-0003-4784-2734)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-3 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 45–61

Schlüsselwörter: Fingerspiele, Frühförderung, Äquivalenz, Kompetenzen, ganzheitliche Übersetzung

Diese Untersuchung befasst sich mit der Übersetzung von Kinderliedern, die von Finger- und Handgestenspielen oder Kniereiter begleitet werden. Lieder beeinflussen die frühkindliche Entwicklung sehr, da sie Bereiche wie Grob- und Feinmotorik, kognitive Wahrnehmung, Spracherwerb, emotionale Bindung und Sozialisation anregen. Deshalb steht in ihrem Übersetzungsprozess nicht der semantische Gehalt, sondern eher deren funktionale Äquivalenz im Vordergrund. Der theoretische Rahmen integriert Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, Musikpädagogik und der Translationswissenschaft. Als Korpus dienen fünf klassische deutsche Kinderlieder („Backe, backe Kuchen“, „Kommt ein Mäuschen“, „Das ist der Daumen“, „Hoppe, hoppe Reiter“, „Mein Hut, der hat drei Ecken“), die hinsichtlich ihrer entwicklungsfördernden Funktionen, ihres Rhythmus, den bei ihnen benutzten Gesten und Fingerspielen und ihrer Metrik gewählt wurden. Die Methodik umfasst eine qualitative Einzelfallanalyse. Nach der Auslegung aller Besonderheiten der Lieder, aus denen unser Korpus zusammengestellt ist, wird ein Äquivalent auf Englisch und Spanisch gesucht und vorgelegt. Dieses muss die gleichen Besonderheiten, d. h. vergleichbare Förderprozesse und rhythmische, metrische sowie gestische Entsprechungen, des deutschen Reimes widerspiegeln. Die hier vorgestellte Forschung zeigt, dass sich für alle deutschen Lieder Äquivalente sowohl im Englischen wie auch im Spanischen finden lassen, obwohl diese oft unterschiedliche Finger- Handgestenspiele benutzen. Die Arbeit schlussfolgert, dass eine gelungene Übertragung von Kinderliedern deren entwicklungsfördernden Zweck priorisieren, und dass sie die Rhythmik, Metrik und Gestik des Originals widerspiegeln muss. Sie leistet damit einen Beitrag zur interkulturellen Frühförderpraxis und plädiert für einen ganzheitlichen Übersetzungsansatz.

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Die Tendenz zum Weglassen von Artikeln in Live-Nachrichten-Tickern: Eine vergleichende Fallstudie zu Schlagzeilen der BBC News (Analyse der Trends der Jahre 2025 und 2010) / The Tendency of Omitting Articles in Live News Ticker: A Comparative Case Study of BBC News Headlines (Analysis of 2025 and 2010 Trends))

Katarzyna Coombs-Hoar, Universität Rzeszów (ORCID: 0000-0001-6177-0031)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-4 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 63–74

Schlüsselwörter: Artikelauslassung, Schlagzeilen der Fernsehnachrichten, Newsticker, BBC News

Diese Studie untersucht die Praxis, die Artikel wie the, an und a in Live-Nachrichtentickern wegzulassen, um die Kürze und Wirkung der präsentierten Informationen zu verbessern. In einer Zeit, die von schnellem Informationskonsum geprägt ist, werden Fernsehschlagzeilen so gestaltet, dass sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer schnell fesseln. Durch das Weglassen von Artikeln werden Schlagzeilen prägnanter und ermöglichen eine präzisere und unmittelbarere Vermittlung wesentlicher Informationen. Diese Studie bietet eine beispielbasierte Analyse der Praxis des Weglassens von Artikeln in Schlagzeilen, mit besonderem Fokus auf BBC News. Um die zukünftige Entwicklung der Schlagzeilenpräsentation zu antizipieren, untersucht diese Studie Trends in der Schlagzeilenkonstruktion von BBC News in Live-Nachrichtentickern in den Jahren 2010 und 2025. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Weglassen von Artikeln zwar historisch ein Merkmal der Schlagzeilenkonstruktion war, seine Verbreitung in der Vergangenheit jedoch geringer war. Insgesamt trägt diese Forschung zum Verständnis von Strategien zur Schlagzeilenoptimierung im Rundfunkjournalismus bei. Die gewonnenen Erkenntnisse haben Auswirkungen auf Medienschaffende, die ein Gleichgewicht zwischen Prägnanz und effektiver Kommunikation anstreben und sicherstellen möchten, dass Nachrichten zugänglich bleiben, ohne Kompromisse bei Präzision oder Tiefe einzugehen. Darüber hinaus beleuchtet die Analyse, wie sprachliche Ökonomie die öffentliche Wahrnehmung von Nachrichten beeinflusst. Die Studie berücksichtigt auch die möglichen Auswirkungen solcher Auslassungen auf Nicht-Muttersprachler und Sprachlernende. Diese Erkenntnisse könnten zukünftige Ansätze zur Gestaltung von Schlagzeilen im mehrsprachigen und internationalen Rundfunk beeinflussen.

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Die Evolution der Übersetzerausbildung: Einblick in multimediale und interaktive Lehrmethoden zur Förderung von Kompetenzen / Evolution of Translator Training: An Insight into Multimedia and Interactive Teaching Methods for Skills Development)

Magdalena Duś, Jagiellonen-Universität (ORCID: 0000-0002-5792-4496)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-5 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 75–91

Schlüsselwörter: Übersetzerausbildung, Kompetenzentwicklung, Übersetzungsdidaktik, multimediale Lehrmethoden, KI-gestützte Übersetzungswerkzeuge

Die Übersetzerausbildung sieht sich zunehmend mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Lehransätze und die Kompetenzen angehender Übersetzer:innen kontinuierlich an die sich wandelnden Anforderungen der globalisierten Arbeitswelt anzupassen. Dieser Beitrag beleuchtet die Entwicklung der Übersetzerausbildung und analysiert, wie multimediale und interaktive Lehrmethoden zur Förderung zentraler Kompetenzen beitragen können. Im Mittelpunkt der Betrachtung liegt die Vermittlung essenzieller Kompetenzen, die angehende Übersetzer:innen befähigen, den komplexen Anforderungen ihrer beruflichen Tätigkeit gerecht zu werden. Dazu gehören sprachliche Präzision, interkulturelles Verständnis, technologische Versiertheit sowie analytische und kreative Problemlösungsfähigkeiten. Die Integration von KI-basierten Werkzeugen, exemplarisch dargestellt am Einsatz von ChatGPT, wird kritisch beleuchtet, da diese sowohl als Lernressource als auch als Herausforderung für die Entwicklung eigenständiger Kompetenzen wahrgenommen werden. Darüber hinaus wird diskutiert, inwiefern der Einsatz solcher Tools nicht nur zur Effizienzsteigerung in der Lehre beiträgt, sondern auch Herausforderungen in der Bewertung der Quellenqualität und im Erhalt eigenständiger Arbeitsstrategien mit sich bringt. Die Untersuchung unterstreicht die Bedeutung multimedialer und interaktiver Plattformen wie Moodle, die flexible und praxisnahe Lernszenarien ermöglichen. Diese Ansätze unterstützen nicht nur den Kompetenzerwerb, sondern adressieren auch didaktische Herausforderungen, wie die Heterogenität der Lernenden und die Komplexität der zu vermittelnden Übersetzungsprozesse. Abschließend wird ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Übersetzerausbildung gegeben. Es wird hervorgehoben, dass die gezielte Förderung der Kompetenzen angehender Übersetzer:innen ein entscheidender Faktor ist, um sie auf die dynamischen und technologisch geprägten Anforderungen des internationalen Arbeitsmarktes vorzubereiten.

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Phraseologismen und ihre Modifikationen in modernen deutschen Printmedien / Phraseological Units and Their Modifications in Contemporary German Print Media)

Angelina Goian, Nationale Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz (ORCID: 0000-0002-9147-8944)
Yuriy Kiyko, Nationale Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz (ORCID: 0000-0002-2251-2811)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-6 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 93–108

Schlüsselwörter: Phraseologismus, phraseologische Modifikation, semantischer Bereich, semantische Gruppe

Der Beitrag widmet sich einer umfassenden Analyse der strukturellen und semantischen Eigenschaften von Phraseologismen in der deutschen Mediensprache. Ziel der Studie ist es, die Vielfalt von Phraseologismen in Pressetexten zu erfassen, ihre Dynamik und Wandlungsfähigkeit sowie ihren Beitrag zur Modellierung des sprachlichen Weltbildes aufzudecken. Das Forschungsvorhaben gliedert sich in mehrere Phasen, die ein systematisches und vielschichtiges Vorgehen gewährleisten. In der ersten Phase werden die theoretischen Grundlagen gelegt: zentrale linguistische Kategorien werden präzise definiert und das umfangreiche empirische Material umrissen. Die Studie basiert auf einem Korpus von 17.665 phraseologischen Token, die aus 56 Ausgaben führender überregionaler Printmedien – „Die Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Der Spiegel“ – manuell exzerpiert und inventarisiert wurden. In der zweiten Phase werden strukturelle und semantische Merkmale sowie die Gebrauchshäufigkeit der Phraseologismen untersucht und anhand einer integrierten strukturell-semantischen Klassifikation geordnet. Dabei entsteht ein differenziertes Bild der phraseologischen Vielfalt, das die wechselseitige Verflechtung von Sprache und gesellschaftlicher Realität verdeutlicht. Ein innovativer Aspekt der Studie ist die Zuordnung des Korpus zu drei übergeordneten semantischen Bereichen – „Mensch“, „objektive Welt“ und „Determinanten“ –, wodurch die wichtigsten semantischen Gruppen des phraseologischen Weltbildes als Fragment des sprachlichen Weltbildes sichtbar werden. Besonders bemerkenswert ist die letzte Phase der Untersuchung, die sich den Modifikationen der Phraseologismen widmet. Die Autoren entwickeln eine eigenständige, differenzierte Klassifikation der phraseologischen Modifikationen und erfassen zugleich deren quantitative Verteilung in den einzelnen semantischen Gruppen. Dadurch ergeben sich neue Einsichten in die Mechanismen phraseologischer Kreativität, die verdeutlichen, wie Mediensprache Realität nicht nur abbildet, sondern zugleich formt und interpretiert.

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Wirtschaftliche Entwicklung in Tschechien im Spiegel von Metaphern / Economic Development in Czechia through the Lens of Metaphors)

Věra Höppnerová, Wirtschaftsuniversität Prag (ORCID: 0000-0003-3171-0649)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-7 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 109–125

Schlüsselwörter: Wirtschaftsdeutsch, Wirtschaftstschechisch, Metaphern

Die bisherige kontrastive Forschung hat sich überwiegend mit dem Vergleich metaphorischer Ausdrücke im Hinblick auf den Grad der Äquivalenz beschäftigt. Dabei wurde die quantitative Vertretung verschiedener Äquivalenztypen außer Acht gelassen. Bei einem Vergleich der Metaphern im Wirtschaftsdeutschen und Wirtschaftstschechischen wurden gravierende Unterschiede im Vorkommen von Metaphern in beiden Sprachen festgestellt, deren Gründe hier untersucht werden. Eine weitere zu lösende Aufgabe war die Feststellung der produktivsten Begriffsfelder (Konzepte), denen die Metaphern entnommen wurden. Für die Zuordnung von Metaphern zu diesem oder jenem Konzept gibt es keine Regeln und sie wird oft subjektiv vorgenommen. Deshalb wird hier die durchgeführte Zuordnung begründet und den Ursachen für die Produktivität des Bildspenderbereiches nachgegangen. Die Analyse stützt sich auf den aktuellen Wortschatz mit dem Ziel festzustellen, in welche Metaphern sich die wirtschaftliche Entwicklung der letzten vier Jahre widerspiegelt. Die 300 analysierten Metaphern wurden der zweisprachigen Zeitschrift der deutsch-tschechischen Wirtschaft „Plus“ sowie den Publikationen der Deutsch-tschechischen Handelskammer entnommen, die für Fachleute bestimmt ist. Den deutschen Metaphern wurden tschechische Äquivalente zugeordnet, die das Korpus der Analyse bilden. Im quantitativen Vorkommen von Metaphern wurden in beiden Sprachen beträchtliche Unterschiede festgestellt. Vollidiomatische, bildhafte Metaphern im Deutschen haben im Tschechischen oft keine bildhafte Entsprechung, auch wenn das entsprechende Bild im Tschechischen existiert. Dies hat vor allem einen stilistischen Grund. Der Ausdruck wirkt im Tschechischen zu expressiv und bildhaft. Auch bildhafte Funktionsverbgefüge und vage, wenig verständliche Metaphern werden im Tschechischen umschrieben. Im pädagogischen Prozess sollten die Studierenden deshalb darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Gebrauch von Metaphern in beiden Sprachen keineswegs symmetrisch ist, sondern dass den deutschen bildhaften, expressiven Metaphern oft nüchterne Umschreibungen entsprechen.

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Kommunikativ-pragmatische Strategien und Taktiken in Massenmedien (gezeigt an ökologischen Webinaren) / Communicative-Pragmatic Strategies and Tactics in Mass Communication (Shown on Ecological Webinars))

Svitlana Ivanenko, Nationale Technische Universität der Ukraine (ORCID: 0000-0002-1855-2888)
Renata Voroshylova, Nationale Technische Universität der Ukraine (ORCID: 0000-0002-5992-5441)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-8 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 127–142

Schlüsselwörter: kommunikativ-pragmatische Strategie, Taktik, persuasive Strategie, Kommunikationsstrategie der Gruppenidentifikation, Webinar zu ökologischen Themen

Der Artikel behandelt den Einsatz kommunikativ-pragmatischer Strategien und Taktiken in der Massenkommunikation, die einen enormen Einfluss auf die Meinungsbildung in der modernen Gesellschaft ausübt. Die Verwendung von solchen Strategien und Taktiken wird an der Textsortenabwandlung „Webinar zu ökologischen Themen“ untersucht, weil es multimodal ist und das Zusammenspiel von verbalen, nonverbalen und paraverbalen Mitteln verkörpert, was seine Aktualität als Forschungsobjekt bekräftigt. Es geht um eine explorative Untersuchung. Als Forschungsstoff gelten Webinare zu ökologischen Themen von der europäischen Organisation Europe Calling und von Jutta Paulus, Mitglied des Europäischen Parlaments. Die grundlegende Kommunikationsstrategie, die ihre Dominanz bei den analysierten Webinaren behauptet, ist die persuasive Strategie. Die Kommunikationsstrategie der Gruppenidentifikation nimmt eine untergeordnete Stellung ein, weil sie zum Kennzeichen der massenkommunikativen Sprachhandlungen im Rahmen der persuasiven Kommunikation angewendet wird. Dazu gehört auch die Argumentationsstrategie, die manchmal mit der Manipulationsstrategie vom Standpunkt des Positiven (Shkitska 2012) verbunden wird. Die Palette der festgestellten kommunikativen Taktiken dieser Kommunikationsstrategien umfasst die Provokationstaktik, die Warnungstaktik, die Taktik der begründeten Werturteile, die Aufwertungstaktik, die Minusanalyse-Taktik, die Kooperationstaktik, die Selbstdarstellungstaktik und die Taktik der Selbstdarstellung durch die positive Zurschaustellung der/des Anderen, die Call-to-Action-Taktik sowie die Taktik des freundschaftlichen Tons zwischen Sender und Empfänger. Bei den Webinaren von Europe Calling werden die genannten Strategien und Taktiken durch eine visuelle Unterstützung (anschauliche Grafiken, Videos, Infografiken etc.) verstärkt, wodurch ihre Multimodalität bei der Online-Kommunikation zum Vorschein tritt. Jutta Paulus nutzt sie bei ihren Webinaren eher selten und vermittelt hingegen den Eindruck, dass Gespräche mit Experten relativ informell und spontan sind. Das Online-Format des Webinars ermöglicht, Tausenden von Menschen daran teilzunehmen. Die Möglichkeit der Rückkopplung mit den Empfängern ist zwar begrenzt, aber im Vergleich zu den Seminaren, die offline durchgeführt werden, sind die Kapazitäten deutlich größer und erweiterungsfähiger, weil die akademische Textsorte „das Seminar“ eine zahlenmäßig begrenzte Menge von Teilnehmern beinhaltet.

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Von cheap zu affordable – Korpusgestützte Untersuchung der nahen Synonymie im englischen, deutschen und slowakischen Wirtschaftsdiskurs / From Cheap to Affordable – Corpus-Assisted Exploration of Near-Synonymy in English, German, and Slovak Economic Discourse)

Filip Kalaš, Wirtschaftsuniversität in Bratislava (ORCID: 0000-0003-2554-9465)
Pavol Lipták, Wirtschaftsuniversität in Bratislava (ORCID: 0009-0009-1802-1700)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-9 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 143–158

Schlüsselwörter: Nahe Synonymie, Korpuslinguistik, Fachsprache, Wirtschaftsdiskurs

Diese Studie untersucht das lexikalisch-semantische Verhalten von Nahe-Synonymen im wirtschaftlichen Diskurs in Englisch, Deutsch und Slowakisch. Der Schwerpunkt liegt auf häufig vorkommenden Wortpaaren wie cheap–affordable, billig–preiswert und lacný–výhodný. Die Analyse untersucht, wie sich diese Begriffe in ihrer semantischen Prosodie, ihrem Kollokationsverhalten und ihrer Sentimentfunktion innerhalb ihrer jeweiligen Sprachen unterscheiden. Die Studie basiert auf zwei zentralen Hypothesen. Erstens wird, erwartet, dass die polysemischen Adjektive cheap, billig und lacný häufiger in neutralen oder negativen Sentimentkontexten vorkommen. Zweitens wird angenommen, dass weniger polysemische Adjektive wie affordable, preiswert und výhodný überwiegend in positiven Kontexten vorkommen. Um diese Annahmen zu überprüfen, wurden wirtschaftliche Teilkorpora aus der TenTen-Familie mit Sketch Engine analysiert. Die stärksten nominalen Kollokationen wurden mit logDice extrahiert und anschließend in semantische Domänen gruppiert. Dabei wurden auch sprachübergreifende Übersetzungsprobleme berücksichtigt. Die Sentimentanalyse wurde anhand von Konkordanzzeilen mit KI-gestützten Tools und Microsoft Excel durchgeführt. Jede Instanz wurde als positiv, neutral oder negativ gekennzeichnet. Mit Chi-Quadrat-Tests wurde geprüft, ob die beobachteten Sentimentverteilungen signifikant von einer einheitlichen Erwartung abweichen. Die statistischen Analysen bestätigen keine der vorgeschlagenen Hypothesen. Die Daten lassen jedoch beobachtbare Tendenzen erkennen. Weniger polysemische Adjektive kommen häufiger in Kontexten mit positiver Konnotation vor, während polysemische Adjektive ein breiteres Spektrum an Emotionen abdecken, das auch neutrale und negative Kontexte umfasst. Diese Tendenzen sind deskriptiv erkennbar, erreichen jedoch keine statistische Signifikanz, und die Verteilungen weisen Abweichungen auf, die eine eindeutige Bestätigung der Hypothesen verhindern. Zusammen tragen die kollokations- und sentimentbasierten Analysen zu einer detaillierten Rekonstruktion der semantischen Prosodie bei und veranschaulichen, wie synonymische Variation innerhalb des wirtschaftlichen Registers jeder Sprache funktioniert.

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Deutsche Terminologie der Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung: lexikalisch-semantische Besonderheiten / German Terminology of Accounting and Auditing: Lexical and Semantic Features)

Svitlana Kiyko, Technische Universität Berlin (ORCID: 0000-0003-4964-7043)
Lesia Hladkoskok, Nationale Universität Czernowitz „Jurij Fedkowytsch“ (ORCID: 0000-0002-6447-4729)
Mykhailo Saiko, Nationale Universität Kiew „Taras Schewtschenko“ (ORCID: 0000-0001-8098-0595)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-10 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 159–178

Schlüsselwörter: deutsche Terminologie, Buchhaltung, Wirtschaftsprüfung, paradigmatische Relationen

Der Beitrag untersucht die lexikalisch-semantischen Besonderheiten des deutschen Terminologiesystems der Buchhaltung und der Wirtschaftsprüfung. Das Untersuchungskorpus umfasst rund 6000 Termini und terminologische Wortverbindungen, die aus Fachwörterbüchern und Online-Lexika extrahiert wurden. Die deutsche Terminologie der Buchhaltung und der Wirtschaftsprüfung wird als ein geordnetes, semantisch und strukturell kohärentes System miteinander verbundener Fachausdrücke charakterisiert, zwischen denen paradigmatische Beziehungen bestehen. Die thematische Klassifikation ermöglichte die Identifizierung von zehn Gruppen der Termini, wobei die umfangreichsten die Bezeichnungen von Operationen, Handlungen und Prozessen (1688 Einheiten) sowie von Eigenschaften, Qualitäten, Merkmalen und Zuständen (1237 Einheiten) darstellen. Dies unterstreicht den prozessualen Charakter des untersuchten Fachgebiets. Die Analyse der paradigmatischen Relationen zeigte das aktive Funktionieren von Hyperonymie- und Hyponymiebeziehungen auf, die die hierarchische Organisation des terminologischen Materials gewährleisten. Die Synonymie manifestiert sich in zwei Haupttypen – semantischer Identität und semantischer Nähe –, wobei syntaktische Synonymkonstruktionen überwiegen. Die Antonymie wird durch vier Typen repräsentiert: kontradiktorische, komplementäre, konträre und konverse Termini. Homonymie und Paronymie, obwohl weniger verbreitet, bereiten dennoch gewisse Schwierigkeiten beim eindeutigen Verständnis der Termini. Unterschieden werden dabei branchenübergreifende und brancheninterne Homonymien, deren Entstehung auf Entlehnungen, semantische Wortbildung und das Funktionieren von Internationalismen in verschiedenen Terminologiesystemen zurückzuführen ist. Insgesamt zeichnet sich das deutsche Terminologiesystem der Buchhaltung und der Wirtschaftsprüfung durch einen hohen Systematisierungsgrad, eine hierarchische Struktur und vielfältige paradigmatische Relationen zwischen den terminologischen Einheiten aus, was die Komplexität und Vielschichtigkeit des begrifflichen Apparats dieses Wissensgebiets widerspiegelt.

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Trilingualität in der Ungarndeutschen Kinderliteratur am Beispiel von Christina Arnolds Texten / Trilingualism in Hungarian-German Children’s Literature Using the Example of Christina Arnold’s Texts)

Ágnes Klein, Eötvös Loránd Universität, Universität Pécs (ORCID: 0000-0001-6108-1914)
Éva Márkus, Eötvös Loránd Universität (ORCID: 0000-0002-3571-8472)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-11 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 179–194

Schlüsselwörter: Dialekt, Trilingualismus, Kinderliteratur, Herkunftssprache

Die vorliegende Arbeit untersucht die deutschsprachige Kinderliteratur in Ungarn in ihrer historischen Entwicklung über die vergangenen drei Jahrzehnte, in denen Werke deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller für Kinder in Ungarn erneut veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wird die gegenwärtige Situation der deutschsprachigen Kinderliteratur in Ungarn anhand der Analyse ausgewählter Texte dargestellt. Sie ist durch einen erheblichen Sprachverlust ungarndeutscher Familien gekennzeichnet. Ihre ursprüngliche Muttersprache waren die jeweiligen Dialekte, die jedoch weitgehend aus dem familiären Alltag verschwunden sind. Die Kinderliteratur ungarndeutscher Autorinnen und Autoren erscheint daher vornehmlich in Bildungseinrichtungen. Im Zentrum der Untersuchung steht die Analyse von Gedichten und Kurzgeschichten von Christina Arnold, einer in Südungarn lebenden Autorin, die ihre Werke teilweise im Dialekt, teilweise im Standarddeutsch verfasst. Dadurch werden ihre Erfahrungen gelebter Mehrsprachigkeit sichtbar. Der Fokus richtet sich dabei nicht nur auf textinterne, sondern insbesondere auch auf textexterne Faktoren auf der Mikroebene. Die Texte wurden mithilfe des Programms ATLAS.ti detailliert untersucht. Neben den typischen mehrsprachigen, kontaktinduzierten Erscheinungen werden auch kulturelle Referenzen erfasst und analysiert. Die Erhebung zeigt, dass die ungarndeutsche Literatur eine Manifestation der Brückenfunktion zwischen drei Kulturen darstellt, die trotz des Sprachverlustes weiterhin eng mit dem Alltagsleben der Menschen verbunden ist.

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Multimedialität im Forschungsfokus: Empirische Evidenz zu motivationalen, kognitiven und lernförderlichen Effekten am Beispiel der universitären Germanistik- und DaF-Lehre / Multimedia in Research Focus: Empirical Evidence on Motivational, Cognitive, and Learning-Promoting Effects Using the Example of University German Studies and German as a Foreign Language Teaching)

Joachim Liedtke, Hochschule Kristianstad (ORCID: 0000-0002-8201-3715)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-12 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 195–209

Schlüsselwörter: Multimediales Lernen, Präsentationsdesign, Hochschuldidaktik, Germanistische Lehre

Der Beitrag bietet eine forschungsbasierte Übersicht zu den motivationalen, kognitiven und lernförderlichen Effekten multimedialer Lehrgestaltung im Kontext der allgemeinen germanistischen Hochschullehre sowie der Fremdsprachendidaktik Deutsch als Fremdsprache (DaF). Der Ausgangspunkt sind die Erkenntnisse einschlägiger wissenschaftlicher Untersuchungen, die zeigen, dass Lernen durch die gezielte Kombination von Wort, Bild, Ton und Interaktion wirksamer wird, wenn diese Elemente didaktisch abgestimmt sind. Auf Grundlage kognitionspsychologischer Modelle des multimedialen Lernens (u. a. Paivio 1990, 1991, Schnotz 2022, 2023, Mayer 2021, 2024) werden zentrale Prinzipien wie Kohärenz, Signalisierung, Kontiguität, Modalität, Redundanz und Segmentierung erläutert und auf die Gestaltung universitärer Lehre übertragen. Empirische Befunde zeigen, dass klar strukturierte und visuell fokussierte Präsentationen Aufmerksamkeit und Verständnis fördern und kognitive Überlastung vermeiden. Zugleich wird betont, dass Multimedialität allein keine Leistungssteigerung garantiert: Entscheidend ist die Qualität der didaktischen Integration und die Anpassung der Medien an Inhalte und Lernziele. Anhand von Beispielen aus der germanistischen Praxis werden konkrete Gestaltungsempfehlungen vorgestellt – etwa der Einsatz konsistenter Farbcodierung in der Linguistik, Visualisierungen und Diagramme in der Literaturwissenschaft, Animationen für Prozesse und KI-generierte Illustrationen für abstrakte oder bildlich schwer darstellbare Konzepte. Der Beitrag plädiert für eine reflektierte, ästhetisch durchdachte und empirisch fundierte Lehrgestaltung, die sowohl kognitiv wirksam als auch formal ansprechend ist. Multimedialität wird als strategisches didaktisches Instrument verstanden, welches Aufmerksamkeit, Motivation und Verständnis gleichermaßen stärkt, wenn Form und Inhalt in einem kohärenten Design zusammenwirken. Das Ziel ist eine Lehre, die Erkenntnisprozesse vertieft, Lernmotivation unterstützt und aktives, nachhaltiges Lernen ermöglicht.

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Erinnerungspolitische Wendepunkte. Argumentation und Persuasion in Gedenkreden zum 8. Mai 1945 / Turning Points in the Politics of Remembrance. Argumentation and Persuasion in Commemorative Speeches on May 8, 1945)

Heinz-Helmut Lüger, Bad Bergzabern (ORCID: 0000-0002-1131-6583)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-13 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 211–228

Schlüsselwörter: Zweiter Weltkrieg, kollektives Gedächtnis, kulturelle Identität, Feindbilder, Stereotypisierungen, politische Argumentation, Persuasion

Der Blick auf die eigene Geschichte unterliegt bekanntlich zahlreichen, oft höchst unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedingungen. Dies gilt erst recht für Gedenkreden staatlicher Repräsentanten, die sich aus einer gewissen zeitlichen Distanz auf ein mehr oder weniger bedeutsames historisches Ereignis beziehen. Welche Sichtweisen werden dabei entfaltet, welche Bewertungen dominieren, wer sind die wichtigsten politischen Akteure, welche Folgerungen ergeben sich für die Zukunft? Anhand von Redebeispielen zum Ende des Zweiten Weltkriegs soll versucht werden, bestimmte Schwerpunkte der politisch-geschichtlichen Einordnung herauszustellen und markante Veränderungen von Willy Brandt (1970) über Richard von Weizsäcker (1985) bis hin zu Frank-Walter Steinmeier (2025) nachzuzeichnen. Ganz konkret wird auch der Frage nachgegangen, welche Perspektive die jeweiligen Redner zum 8. Mai 1945 einnehmen, welche Deutungsmuster herangezogen werden, in welchem Maße friedenspolitische Bestrebungen eine Rolle spielen, welche Akzentverschiebungen sich eventuell ergeben und inwieweit dabei Konzepte des kollektiven Gedächtnisses und der Erinnerungskultur aktualisiert oder modifiziert werden. Zum Vergleich wird auch eine Rede von Władysław Bartoszewski im Deutschen Bundestag herangezogen. Hier ist interessant zu sehen, wie sich aus der Sicht eines polnischen Politikers die Entwicklungen der letzten fünfzig Jahre darstellen, welche Etappen, welche Ereignisse und Entscheidungen als wichtig eingestuft werden und worin die spezifisch polnischen Urteilskriterien bestehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt insgesamt den Mitteln und Verfahren, mit denen die jeweiligen Selbst- und Fremdbilder aufgebaut und für die hier als relevant eingestuften Ziele und Perspektiven argumentativ geworben wird.

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Der Prozess der Medikalisierung – eine diskurslinguistische Perspektive / The Process of Medicalization – A Discourse-Linguistic Perspective)

Marcin Maciejewski, Adam-Mickiewicz-Universität Posen (ORCID: 0000-0002-1147-9091)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-14 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 229–246

Schlüsselwörter: Medikalisierung, Diskurslinguistik, Semantische Kämpfe, Gesundheitsdiskurs

Immer mehr Aspekte des Alltagslebens und verschiedene soziale Phänomene werden heute in medizinische Kategorien überführt und aus medizinischer Sicht interpretiert. In dem Beitrag wird dieser Medikalisierungsprozess, der bis jetzt vor allem als ein medizinischer oder soziologischer Prozess wissenschaftlich untersucht wurde, aus einer diskurslinguistischen Perspektive betrachtet. Betont wird in diesem Prozess die Rolle der Sprache, die Bedeutungen konstruiert, Krankheitsbilder definiert und gesellschaftliche Normen beeinflusst. Zur Untersuchung sprachlicher Auseinandersetzungen im Medikalisierungsprozess wird das Konzept der „semantischen Kämpfe“ nach Felder angewandt. Der Beitrag entwickelt anhand dieses Konzeptes und des gesammelten Korpus eine Typologie dieser Kämpfe im Gesundheitsdiskurs. Sie umfasst vier Kategorien: Kämpfe um Schlüsselbegriffe, Definitionen, Teilbedeutungen und referenzielle Relationen. Anhand einiger Beispiele aus dem medizinischen Diskurs wird gezeigt, wie von den Diskursakteuren (z. B. Pharmaunternehmen) die semantischen Kämpfe geführt werden. Semantische Kämpfe werden hier als Ausdruck unterschiedlicher Interessen der Diskursakteure gesehen und dienen der Etablierung bestimmter Interpretationsmuster. Die hier beschriebene Typologie semantischer Kämpfe besitzt als eine analytische Matrix einen universellen Charakter. Sie bietet ein Werkzeug zur Untersuchung solcher Kämpfe in verschiedenen Diskursfeldern und ermöglicht eine kritische Reflexion über die sprachliche Konstruktion von Gesundheit und Krankheit. Im Beitrag werden auch bei der Darstellung einzelner Typen der semantischen Kämpfe metakommunikative Phrasen für ihre Identifizierung vorgeschlagen. In dem Beitrag wird betont, dass sprachliche Praktiken im Gesundheitsdiskurs zur Normalisierung bestimmter, aber andererseits zur Eliminierung anderer Sichtweisen beitragen.

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Formy adresatywne w komunikacji zawodowej w Korei Południowej – analiza kontekstów użycia na przykładzie wypowiedzi bohaterów serialu „Start-Up“ / Address Forms in Professional Communication in South Korea – An Analysis of the Contexts of Use Based on the Dialogues of Characters in the Series „Start-Up“)

Barbara Maj-Malinowska, Jan-Kochanowski-Universität Kielce (ORCID: 0000-0001-7164-4485)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-15 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 247–261

Schlüsselwörter: Anredeformen im beruflichen Umfeld, koreanische Sprache, sprachliche Höflichkeit

Um das harmonische Funktionieren der Gesellschaft zu gewährleisten, basiert das Leben der Koreaner traditionell auf einer Hierarchie, die genau festlegt, welche Rolle jedes Mitglied der Gemeinschaft einnimmt. Die Stellung in der beruflichen Hierarchie hängt in erster Linie von der ausgeübten Position und der Dauer der Berufserfahrung ab und beeinflusst die Wahl bestimmter Anredeformen in der alltäglichen Kommunikation. Trotz der wachsenden Popularität der südkoreanischen Kultur in Polen – insbesondere durch auf Streaming-Plattformen verfügbare Fernsehserien – gibt es bislang nur wenige Studien zu den Höflichkeitspraktiken zeitgenössischer Koreaner im Bereich der verbalen Kommunikation. Das Hauptziel dieser Studie besteht in der Analyse von Anredeformen, die mit der beruflichen Funktion und Position von Koreanern verbunden sind. Das Forschungsmaterial bilden Äußerungen von Figuren aus der Netflix-Serie „Start-Up“ (2020). Analysiert werden sprachliche Wendungen, die in direkter Face-to- Face-Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Gesprächspartnern im Alltagsgespräch verwendet werden. Die exzerpierten Formen werden unter Berücksichtigung des situativen Kontexts untersucht, der den Hintergrund der Dialoge bildet und typische Elemente der koreanischen Kultur hervorhebt. Die Ergebnisse der Analyse, die das Verständnis der beruflich bedingten Anredeformen in den beschriebenen Kontexten erleichtern, können praktische Anwendung finden – als nützliche Informationsquelle für Personen, die eine Beschäftigung in Südkorea anstreben oder sich um eine Stelle in einem koreanischen Unternehmen in Polen bewerben.

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Love’s a game, wanna play? The Proverbiality of Taylor Swift’s Lyrics / Love’s a game, wanna play? Die Sprichworthaftigkeit von Taylor Swifts Songtexten)

Wolfgang Mieder, Universität von Vermont (ORCID: 0000-0002-4002-5304)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-16 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 263–304

Schlüsselwörter: Anspielung, Anti-Sprichwort, Märchen, Folklore, Volkslied, Indirektion, Leitmotiv, Literatur, Liedtext, Metapher, Musik, Kinderreim, Poesie, Sprichwortlied, Songwriting, sprichwörtlicher Ausdruck, Lied, Taylor Swift

Taylor Swift (geb. 1989) ist ein international anerkannter Musik-Superstar, dessen Status als Songwriterin und Sängerin mit zwölf Alben in ihrer Diskografie in der Tat phänomenal ist. Sie ist zweifellos eine erstklassige Performerin sowohl auf der Bühne als auch in Videos und Filmen, die mehrere Instrumente spielt, ihre eigenen Songs komponiert und als bemerkenswerte Dichterin ihre eigenen Texte schreibt. Sicherlich treffen ihre Texte einen tiefen Nerv bei ihren jungen Fans, den sogenannten Swifties, aber sie berührt auch Zuhörer, Zuschauer und Leser (ihrer Texte) jeden Alters. Es stellt sich die Frage, warum sie bei Menschen auf der ganzen Welt einen so unglaublichen Erfolg hat, wie man an ihrer internationalen „The Eras“- Konzerttournee von 2023/24 sehen konnte. Dieser Artikel argumentiert, dass ihre Nahbarkeit zumindest teilweise auf ihre sprichwörtliche Sprache zurückzuführen ist, mit der sich jeder identifizieren kann. Ihre Texte sind reich an sprichwörtlichen Ausdrücken und Sprichwörtern, die oft sowohl musikalisch als auch textlich als Leitmotive auftreten. Tatsächlich gibt es nicht wenige Lieder mit sprichwörtlichen Titeln, die in den poetischen Strophen wiederholt werden. Wie sie selbst sagt, hat sie Freude daran, solche metaphorische Sprache zu verdrehen und ihre eigenen faszinierenden Anti-Sprichwörter zu kreieren. Darüber hinaus hat sie auch ihren ganz eigenen sentenziösen Stil, der aufgrund ihrer weltweit verbreiteten Musikkunst durchaus sprichwörtlich werden könnte. Ihre sprichwörtliche Sprache wird durch Anspielungen auf Märchen und Kinderreime bereichert, die ihr die Möglichkeit geben, indirekt über verschiedene Arten von Emotionen zu kommunizieren, von denen die Liebe die wichtigste ist. Sprichwörter und sprichwörtliche Redewendungen waren schon immer Teil der Musikszene, von der Oper über Country-Musik bis hin zu Popmusik aller Art, doch Taylor Swift ist eine Künstlerin par excellence, wenn es um das geht, was man als einzigartige und zeitlose Sprichwort-Songs bezeichnen könnte.

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Implementierung einer KI-gestützten Sprachlernsoftware in den Fremdsprachenunterricht / Implementation of AI-Supported Language Learning Software in Foreign Language Education)

Nikolina Miletić, Universität Zadar (ORCID: 0000-0002-3781-4820)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-17 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 305–317

Schlüsselwörter: Künstliche Intelligenz, App Sylby, DaF-Unterricht, Lernerautonomie

In den letzten Jahrzehnten wurde der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Entwicklung verschiedener Apps massiv vorangetrieben, und ihre Produkte finden in nahezu allen Bereichen unseres Lebens Anwendung (vgl. Haristiani 2019: 1). Die rasante Entwicklung der Smartphone-Technologie, sozialer Medien und Künstlicher Intelligenz hat ebenfalls enorme Auswirkungen auf das Fremdsprachenlernen und den Fremdsprachenunterricht. Die Künstliche Intelligenz bietet Fremdsprachenlehrenden und -lernenden die Möglichkeit den Fremdsprachenunterricht und den Lernprozess zu strukturieren und zu steuern. Sie unterstützt Lernende bei der Erweiterung ihrer Sprachkenntnisse, der Förderung ihres kritischen Denkens, der Entwicklung von Problemlösungsfähigkeiten sowie bei der Teilnahme an Gruppendiskussionen (vgl. Gruber 2023: 157). Dabei ist es entscheidend, dass KI als unterstützendes Werkzeug für Lehrende und Lernende fungiert und deren Lehr- und Lernprozesse ergänzt. In diesem Beitrag werden innovative Möglichkeiten zur Nutzung der KI-gestützten App Sylby zur Förderung der Lernerautonomie im DaF-Unterricht eingehend untersucht. Das genannte Tool kommt im Rahmen des Studiums von Germanistikstudierenden an der Universität Zadar zum Einsatz und wird dort systematisch evaluiert. Die App Sylby dient als Ergänzung des Fachs Phonetik und Phonologie um die Ausspracheschulung zu intensivieren und die Lernerautonomie der Studierenden zu fördern. Zur Analyse der Auswirkungen auf den Fremdsprachenerwerb der Studierenden wurde eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten eine grundsätzlich positive Einstellung gegenüber dem Einsatz der App als ergänzendes Material sowie eine erkennbare Verbesserung der Aussprache. Ein zentrales Problem war, dass die App Fehler in der Aussprache teils nicht erkannte und diese als korrekt anzeigte oder umgekehrt die richtige Aussprache nicht identifizierte und stattdessen Fehler meldete. Besonders positiv wurde die Benutzerfreundlichkeit hervorgehoben, da die Studierenden jederzeit und überall mit der App ihre Aussprache üben können. Abschließend wurden die Potenziale und Herausforderungen der Integration des Tools in den Fremdsprachenunterricht skizziert und aus fachdidaktischer Perspektive reflektiert.

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Zur Nominalkategorie Numerus in den deutschen Mundarten Mährens und Schlesiens / On the Nominal Category Number in the German Dialects of Moravia and Silesia)

Mojmír Muzikant, Masaryk-Universität Brno (ORCID: 0009-0000-4072-2459)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-18 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 319–331

Schlüsselwörter: deutsche Dialekte, Mähren und Schlesien, Numerus des Substantivs

Gegenstand des vorliegenden Beitrags ist die Untersuchung der morphologischen Kategorie Numerus in den deutschen Mundarten Mährens und Schlesiens anhand von fünf Substantiven mit unterschiedlicher Lautstruktur. Es handelt sich um die Substantive Pferd, Sohn, Stall, Tisch und Ziege, die verschiedene Pluralvariationen realisieren können. Dagegen stehen die im ADT (Bd. V 2020: 79–87) behandelten Substantive Prügel, Schlüssel, Tisch, Fisch und Hose, die wegen ihres morphematischen Aufbaus keine größeren Abwandlungen im Plural zulassen. Insgesamt wurden Pluralformen in 157 Ortschaften des Untersuchungsgebiets abgefragt. Die ermittelten Pluralvarianten weisen gegenüber der Standardsprache eine weitaus größere Variabilität auf. Durch die Verteilung der Pluralmarker unterscheiden sich sprachlich drei Teilgebiete in gewissem Maße voneinander, und zwar die Sprachinseln in Südmähren, der Schönhengst und Nordmähren. Der Schönhengst fällt auf durch die Konsonantensubtraktion (Wegfall des auslautenden Konsonanten im Plural) bei Pferd, durch den Gebrauch von Diphthongen bzw. Triphthongen ohne auslautenden Nasal bei Sohn sowie durch eine Monophthongierung der Diphthonge -ei-, -ai- in der Stammsilbe bei Tisch im Plural. Für die südmährischen Sprachinseln sind wiederum Besonderheiten auf lexikalischer Ebene typisch, und zwar der Gebrauch der Lexeme Ross statt Pferd und Kosa statt Ziege mit entsprechenden Pluralformen. In Nordmähren ist die häufigste Pluralvariante bei Pferd die Pluralendung -e, bei Tisch sind dort quantitative Veränderungen in der Stammsilbe (Kürzung oder Dehnung) ohne Pluralendung ziemlich häufig.

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Produktion des gesprochenen Zieltextes – Beispiele für Blattdolmetschenaufgaben / Production of Spoken Target Text – Examples of Exercises with the Use of Sight Translation)

Monika Nader-Cioczek, Maria-Curie-Skłodowska-Universität (ORCID: 0000-0002-6559-1548)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-19 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 333–347

Schlüsselwörter: Blattdolmetschen, Aufgaben, Sprechen

Blattdolmetschenart ist eine mündliche Übertragung eines geschriebenen Textes in eine andere Sprache. Diese Translationsart ist häufig von DolmetscherInnen und ÜbersetzerInnen benutzt (Błaszkowska 2012, Kubacki 2012, Płużyczka 2015, Żmudzki 2015). Die Ergebnisse der Umfrage zum Blattdolmetschen in Didaktik des Übersetzens und Dolmetschens beweisen demnach, dass das Vom-Blatt-Dolmetschen auch häufig von HochschullehrerInnen im Dolmetscher- und Übersetzertraining in Polen angewendet ist (Nader-Cioczek 2025a). Darüber hinaus ist es im Fremdsprachenunterricht an den polnischen Universitäten eingesetzt (Nader-Cioczek 2025b). Die Fachliteratur nimmt jedoch selten Aufgaben zur Entwicklung bestimmter Blattdolmetschenfähigkeiten und Kompetenzen in den Blick. Demzufolge versucht dieser Beitrag diese Lücke zu ergänzen indem er ausgewählte Beispiele der Aufgaben zur Produktion von gesprochenen Zieltexten im Blattdolmetschen anbietet, vor allem die Aufgaben, die in der Produktion eines Zieltextes in einer Fremdsprache bestehen. Die in dem Beitrag vorgeschlagenen Aufgaben basieren auf dem polnisch-englischem Sprachpaar, sie können aber mit jeder Fremdsprache verwendet werden. Sie stützen sich auf das Modell der Blattdolmetscherkompetenzen von Żmudzki (2015), dass durch das Modell der Translatorkompetenzen von Małgorzewicz (2012) ergänzt wurde. Die Aufgaben zu Blattdolmetschen sind aufgrund entsprechender Fertigkeiten gruppiert, die als Bausteine der Zieltextproduktionsfähigkeit im Rahmen des Dolmetschens gelten. Sie umfassen: Erstellung von einem Plan des Zieltextes, öffentliches Reden, Erstellung von verschiedenen Textsorten und Textproduktion zu bestimmten Themen, Erstellung von Kohärenz und Kohäsion im Zieltext sowie Aufmerksamkeitsteilung bei Multitasking. Der Großteil der Aufgaben wurde von DidaktikerInnen des Konsekutivdolmetschens und Simultandolmetschens vorgestellt und von der Autorin dieses Beitrags zwecks der Anpassung zu einem neuen Translationskontext und hinsichtlich der Blattdolmetschencharakteristik modifiziert.

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Sprachliche Propaganda- und Manipulationsstrategien im Kontext Afrikas während des russischen Konflikts mit der Ukraine und dem Westen (2022–2024) / Linguistic Propaganda and Manipulation Strategies in the Context of Africa during the Russian Conflict with Ukraine and the West (2022–2024))

Piotr A. Owsiński, Jagiellonen-Universität (ORCID: 0000-0001-7862-3345)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-20 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 349–367

Schlüsselwörter: Afrika, Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022, Propaganda, Desinformation, Manipulation, politische Sprache, russische Außenpolitik

Persuasive Kommunikation, Manipulation und Desinformation bilden zentrale Kategorien der politischen Sprache, insbesondere im Kontext militärischer Konflikte. Vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine im Jahr 2022 analysiert der vorliegende Beitrag die sprachlichen Strategien, die vom russischen Außenministerium zu propagandistischen Zwecken in den Beziehungen zu afrikanischen Staaten eingesetzt werden. Die Studie schließt eine Forschungslücke, da russische außenpolitische Propaganda gegenüber afrikanischen Drittländern bislang nur selten aus linguistischer Perspektive untersucht wurde. Ziel der Analyse ist es, die verwendeten sprachlichen Mittel der Legitimation, Erklärung und Rechtfertigung des Krieges zu identifizieren und ihre strukturellen Gemeinsamkeiten mit historischen Propagandadiskursen aufzuzeigen. Methodisch basiert die Untersuchung auf einer qualitativen diskurslinguistischen Analyse offizieller Stellungnahmen russischer Staatsbeamter, die auf den Webseiten der russischen Botschaften in Berlin und Wien veröffentlicht wurden. Diese Texte werden kontrastiv mit dokumentierten sprachlichen Strategien der nationalsozialistischen Propaganda vor und während des Zweiten Weltkriegs verglichen. Die Ergebnisse belegen eine systematische Nutzung linguistischer Verfahren wie evaluativer Lexik, Metaphern, Dichotomisierung sowie narrativer Topoi. Abschließend wird festgestellt, dass traditionelle propagandistische Sprachmuster in aktualisierter Form weiterhin effektiv sind und zur Stabilisierung politischer Narrative beitragen. Die Analyse bietet Ansatzpunkte für kritische Diskurs- und Medienkompetenz.

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Wahlkampf-Rhetorik inmitten einer globalen Krise / Election Campaign Rhetoric amid a Global Crisis)

Marija Perić Šormaz, Universität Zadar (ORCID: 0000-0002-2316-6797)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-21 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 369–385

Schlüsselwörter: Wahlkampf-Rhetorik, Gesprächsanalyse, politischer Diskurs, zwischensprachliche Analyse

Sprache kann Macht ausüben. Mit Sprache kann man unterschiedliche Meinungen erläutern, Emotionen ausdrücken und sogar manipulieren oder verletzen. Insbesondere ist die Sprache der Politik ein mächtiges Mittel, mit dem man andere von seiner Meinung überzeugen, Menschen manipulieren und seine Weltanschauung begründen kann. Diese Arbeit untersucht die Wahlkampf-Rhetorik in Deutschland, Kroatien und den USA. In diesem Beitrag wird die Gesprächsanalyse nach Bendel Larcher (2015) durchgeführt, mit dem Fokus auf folgenden Aspekten: (1) Stimme und Körper, (2) Prozessualität und Interaktivität, (3) Kontextbezug und Adressatenorientierung sowie (4) Selbst- und Fremdpositionierungen. Das Ziel dieser Arbeit ist, Unterschiede und Ähnlichkeiten im Deutschen, Kroatischen und Englischen am Beispiel der Wahlkampfdebatte darzustellen. Folgende Forschungsfragen werden beantwortet: Wie verhalten sich Politiker/innen in politischen Debatten in Bezug auf Stimme und Körper? Wie werden die Debatten gesteuert? Wie gehen Politiker/innen miteinander um? Wie positionieren sich Politiker/innen selbst und die anderen? Gibt es Unterschiede zwischen den Sprachen? Die Analyse zeigt erhebliche Unterschiede in der Kommunikation und im Verhalten der Politiker/innen. Geste werden am häufigsten in der kroatischen, Emotionsausdrücke in der englischen Debatte verwendet. Alle Debatten werden von Moderator/ innen gesteuert, jedoch kommt es in der deutschen und kroatischen Debatte häufig zu Unterbrechungen. Die Themen werden vorgegeben; die kroatischen Politiker nutzen jedoch ihr Rederecht, um zusätzliche Standpunkte einzubringen. Fragen und Themen werden meist direkt angesprochen, nur Trump weicht bei einigen Antworten aus. In der deutschen Debatte ist Ratifikation durch die Moderatorinnen häufig, während Widersprechen, Ab- und Aufwerten sowie Insistieren vor allem in der kroatischen und englischen Debatte vorkommen. Verbale Gewalt tritt in allen Debatten auf, Beleidigungen sind jedoch in der kroatischen Debatte besonders direkt und aggressiv.

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Werbeanzeigen als kulturelle und sprachliche Träger im DaF-Unterricht. Phraseologismen im deutsch-albanisch-türkischen Vergleich / Advertising as a Cultural and Linguistic Medium in German as a Foreign Language Teaching. Idioms in a German-Albanian-Turkish Comparison)

Sadije Rexhepi, Universität Prishtina (ORCID: 0000-0003-0478-7560)
Caglayan Karaoğlu, Trakya Universität (ORCID: 0000-0003-4010-9134)
Milote Sadiku, Universität Prishtina (ORCID: 0000-0001-5910-2974)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-22 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 387–403

Schlüsselwörter: Werbeanzeige, DaF-Unterricht, Phraseologismen,, Sprache

Werbung ist ein fester Bestandteil der Alltagskultur, da sie aktuelle Trends aufgreift, gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegelt und kulturell geprägt ist. Für den DaF-Unterricht bietet die Analyse von Werbeanzeigen ein hohes didaktisches Potenzial, da Lernende nicht nur sprachliche Mittel der Persuasion und Manipulation kritisch reflektieren, sondern auch Einblicke in kulturelle Prägungen und sprachliche Gestaltungsmittel gewinnen. Eine besondere Rolle nehmen Phraseologismen ein: Sie erscheinen in Werbeanzeigen sehr häufig, erzeugen Aufmerksamkeit, wecken Emotionen und aktivieren kulturelle Bezüge. Als zentrale Bestandteile jeder Sprache tragen sie wesentlich zur Entwicklung kommunikativer Kompetenz bei. Der vorliegende Beitrag untersucht den Einsatz von Phraseologismen in Werbeanzeigen im deutsch– albanisch–türkischen Kontext und analysiert deren didaktische Relevanz für den DaF-Unterricht. Die Untersuchung basiert auf einem Workshop mit albanischen und türkischen Deutschstudierenden, in dem Werbeanzeigen aus verschiedenen Branchen systematisch ausgewählt und kontrastiv analysiert wurden. Die Analyse konzentriert sich auf Textsegmente, die mindestens einen Phraseologismus enthalten, und erfasst deren Vorkommen, Funktionen sowie mögliche Äquivalente in den drei Sprachen. Die Ergebnisse zeigen, dass Phraseologismen in Werbeanzeigen nicht nur persuasive und aufmerksamkeitssteuernde Funktionen erfüllen, sondern zugleich kulturell geprägte Bedeutungen transportieren. Der Vergleich offenbart sowohl sprachlich-kulturelle Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede, die das Verständnis der Lernenden beeinflussen können. Damit erweist sich die Arbeit mit authentischen Werbeanzeigen als wirkungsvolles Instrument zur Förderung sprachlicher Sensibilität, des interkulturellen Lernens und analytischer Kompetenzen im DaF-Unterricht.

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Sprache als Kulturgut: Methodische Konsequenzen und Notwendigkeiten der Forschung / Language as a Cultural Asset: Methodological Consequences and Research Requirements)

Norbert Richard Wolf, Julius-Maximilians-Universität (ORCID: 0000-0003-1272-9897)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-23 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 405–416

Schlüsselwörter: Kultur, Kulturwissenschaft, sprachliche Bedeutungen, Text in der Situation

Ziel der nachfolgenden Ausführungen ist es, eine Antwort auf die Konferenzfrage „Quo vadis, germanistischen Linguistik?“ zu geben. Es geht darum, die Sprachwissenschaft auch wieder als eine Philologie, d. h. als eine Wissenschaft, die vorwiegend induktiv vorgeht, zu etablieren. Deshalb geht der Artikel nicht von vorgefundenen und schon lenkst definierten Begriffen aus, sondern von authentischen Äußerungen, also von realen Texten, die nicht nur zur Beantwortung der zentralen Frage formuliert worden sind. Anhand von zwei Textstellen wird die Frage gestellt, was unter dem Begriff „Kultur“ zu verstehen ist und wie sich dies in diesen beiden Ausgangstexten äußert. Der erste Text ist das Drama „Schlageter“ des NS-Autors Hanns Johst, das 1933 erschienen ist; als zweiter Text dient eine Passage aus einer politischen Rede des AfD-Politikers Alexander Gauland. Der erste Text versteht unter Kultur die sogenannte Hochkultur, der der als deutsch ausgegebene Begriff des Kampfes entgegengestellt wird. Gauland verwendet mehrere Bedeutungen des Begriffs Kultur, um auf unterschiedliche Weise gegen eine türkischstämmige Politikerin polemisieren zu können. Es zeigt sich von Anfang an, dass die Sprachwissenschaft vor allem die Inhaltsseite sprachlicher Zeichen zum Gegenstand machen muss, dass es dafür aber immer des Kontextes und der Konsituation bedarf. Wenn nur mit der formalen Seite der Sprache argumentiert wird, kommt es notgedrungen zu Fehlurteilen; dies wird anhand eines Gerichtsurteils über einen österreichischen Politiker dargelegt. Zum Abschluss werden sechs methodologische Postulate, die sich aus der Betrachtung der Sprachwissenschaft als einer Kulturwissenschaft ergeben, formuliert.

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Sprache der Anmache! Sprachspielerische Mechanismen der Anmachsprüche / Language of Pickup Lines: Wordplay and Wit in Flirtation)

Iwona Wowro, Schlesische Universität (ORCID: 0000-0002-5377-9674)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-24 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 417–436

Schlüsselwörter: Anmache, Sprachspielmechanismen, Flirt, Humor, Ambiguität

Ziel dieses Artikels ist es, das Konzept des „Spiels“ im erweiterten Sinne als Form sozialer Interaktion zu untersuchen und auf den Bereich von Flirt, Verführung und Anbaggern zu übertragen. Im Fokus steht dabei die Sprache dieser Interaktionsform, ihre charakteristischen Merkmale sowie die darin wirksamen sprachspielerischen Mechanismen. Besonders betrachtet werden die rhetorischen und semantischen Strategien, die das kommunikative Spiel zwischen Ernst und Ironie, Nähe und Distanz sowie Offenheit und Maskierung gestalten. Anhand eines ausgewählten Korpus typischer Flirt- und Anmachsprüche werden sprachliche Mittel wie Wortspiele, Hyperbeln, Paradoxien, Wiederholungen, Ambiguitäten und konventionalisierte Redewendungen analysiert. Diese Phänomene dienen nicht nur der humoristischen Auflockerung, sondern auch der Erprobung sozialer Grenzen und der Etablierung asymmetrischer Rollen innerhalb der Interaktion. Die Analyse zeigt, dass viele dieser Äußerungen durch Wortwitz, kreative Sprachverwendung und spielerische Brechung konventioneller Kommunikationsnormen geprägt sind. Humor entsteht häufig durch die Kombination von Erwartungsbruch, Übertreibung und Mehrdeutigkeit. So kann ein Flirtspruch zugleich als Kompliment und als ironische Selbstinszenierung gelesen werden. Zugleich offenbart sich in diesen Formen eine ambivalente Funktion: Was einerseits als charmantes Spiel mit Sprache und sozialen Codes wirken mag, kann andererseits als platt, aufdringlich oder sogar beleidigend wahrgenommen werden. Der Artikel verfolgt das Ziel, diese Mechanismen der sprachlichen Ambivalenz offenzulegen und zu zeigen, wie Humor, Kreativität und soziale Grenzüberschreitung im sprachlichen Spiel der Anmache miteinander verwoben und gegenseitig bedingt sind.

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Depression als Thema in der Popmusik anhand der Analyse des Liedtextes und des Musikvideos „Zatańczę z Aniołami“ von Doda / Depression as a Theme in Pop Music Based on an Analysis of the Lyrics and Music Video “Zatańczę z Aniołami” by Doda)

Rafał Adamski, Schlesische Universität (ORCID: 0009-0008-5777-1363)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-25 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 439–453

Schlüsselwörter: Lied, Depression, Semiotik, Emotionen

Das Lied „Zatańczę z Aniołami“ von Doda ist ein Beispiel für eine künstlerische Darstellung der Erfahrung von Depression – einer Krankheit, die sich auf den geistigen und seelischen Bereich des Menschen auswirkt, aber für seine Umgebung oft unsichtbar bleibt. Die Analyse des Liedes erfolgt aus der multimodalen Perspektive, die den Text, die Musik und die visuelle Ebene (das Musikvideo auf YouTube) mit einbezieht. Die Studie zielt darauf ab zu zeigen, wie diese drei Komponenten gemeinsam eine kohärente semantische Struktur schaffen, die die Erfahrung der Depression darstellt. Die Analyse basiert auf den Grundlagen der Semiotik, der Diskursanalyse von Emotionen und der Theorie der Multimodalität und Lieder. Ziel des Beitrags ist es, das Lied „Zatańczę z Aniołami“ von Doda aus der linguistischen und multimodalen Perspektive zu analysieren, wobei sowohl die textliche als auch die visuelle und musikalische Ebene berücksichtigt werden. Anhand eines semiotischen Ansatzes und der Analyse des Emotionsdiskurses wird gezeigt, wie Wort, Bild und Ton gemeinsam eine kohärente symbolische Botschaft schaffen. Die Studie soll auch zeigen, wie ein Musikstück und sein Text zusammen mit einem Musikvideo als Träger psychologischer und emotionaler Bedeutung durch die integrierte Wirkung von Wort, Bild und Ton fungieren können. Darüber hinaus leistet die Analyse einen Beitrag zur Erforschung populärer Musik als Medium der gesellschaftlichen Thematisierung psychischer Erkrankungen. Das Lied fungiert nicht nur als individuelles künstlerisches Ausdrucksmittel, sondern auch als Teil eines breiteren kulturellen Diskurses über Degression, Leid und Heilung, die mit Metaphern gezeigt werden.

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Das Stereotyp des Mannes in polnischen Internet-Memes / The Stereotype of Men in Polish Internet Memes)

Przemysław Bałut, Schlesische Universität (ORCID: 0009-0009-0848-1770)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-26 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 455–472

Schlüsselwörter: Geschlechterstereotype, Männlichkeit, Internet-Memes, polnische digitale Kultur

Der Beitrag untersucht die Darstellung männlicher Stereotype in polnischen Internet-Memes und ihre Rolle in der digitalen Kultur. Der Anlass für die Entstehung des Beitrags ist die Tatsache, dass stereotype Vorstellungen über Männer weiterhin in traditionellen und digitalen Medien präsent sind und durch neue Formen der Online-Kommunikation verstärkt werden. Ziel der Untersuchung ist es, wiederkehrende Muster der Darstellung von Männern zu identifizieren, die humoristische Überzeichnung dieser Darstellungen zu analysieren sowie die Funktion von Memes im Kontext gesellschaftlicher Erwartungen an Männer zu untersuchen. Für die Analyse wurde ein Korpus von rund 40 Memes aus den beliebtesten polnischen Internetseiten und sozialen Plattformen herangezogen, wobei der Fokus auf typischen männlichen Rollenstereotypen lag, wie Belastbarkeit im Krankheitsfall, Effizienz, emotionale Kontrolle („Jungs weinen nicht“), häusliche Fähigkeiten, pragmatischer Umgang mit persönlicher Hygiene sowie alltägliche Routinen. Die Ergebnisse zeigen, dass polnische Internet-Memes stereotype Vorstellungen von Männlichkeit humoristisch überzeichnen und gleichzeitig normative Erwartungen an Männer festigen. Der Humor entsteht vor allem durch Übertreibung, Kontraste zwischen idealisiertem und alltäglichem Verhalten sowie durch ironische Darstellung männlicher Schwächen. Gleichzeitig ermöglichen die Memes eine subtile Reflexion über gesellschaftliche Erwartungen und fungieren als Medium, in dem Humor und visuelle Elemente soziale Normen sichtbar machen. Die Untersuchung verdeutlicht, dass Internet-Memes nicht nur Unterhaltungsmedien sind, sondern auch die Wahrnehmung von Geschlechterrollen beeinflussen und zur Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Normen beitragen. Der praktische Nutzen liegt in der Einsicht in Mechanismen, durch die Geschlechterstereotype online verbreitet und stabilisiert werden, was Bildung und Gleichstellungsarbeit unterstützen kann.

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Der Einfluss der Lernerautonomie auf die Motivation zur Entwicklung der Sprechfertigkeit in einer Fremdsprache. Am Beispiel des Deutschunterrichts mit dem Einsatz von affektivem Storytelling für polnische Lernende im frühen Erwachsenenalter – ein Bericht aus eigenen Untersuchungen / Influence of Learner Autonomy on the Motivation to Develop Speaking Skills in a Foreign Language. Using the Example of German Lessons with Affective Storytelling for Polish Learners in Early Adulthood – A Report from Own Research)

Ewelina Kinalska, Universität Warschau (ORCID: 0000-0002-9708-0793)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-27 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 473–488

Schlüsselwörter: affektives Storytelling, Motivation, Autonomie, Sprachfähigkeit

Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Einfluss der Lernerautonomie auf die Motivation zur Entwicklung der Sprechfertigkeit im Fremdsprachenunterricht. Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, wie narrative und emotionale Elemente im Rahmen des affektiven Storytellings dazu beitragen können, die Aktivität der Lernenden zu steigern und ihre kommunikativen Kompetenzen zu fördern. Storytelling wird dabei als eine Methode verstanden, die Inhalte in Form von Geschichten vermittelt und so Neugier, Spannung und Interesse erzeugt. Die Variante des affektiven Storytellings integriert zusätzlich emotionale Dimensionen, welche Motivation und Engagement verstärken. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenhang zwischen Autonomie und Motivation: Durch die Möglichkeit, über den Fortgang der Erzählung mitzuentscheiden, erfahren die Lernenden ein gesteigertes Gefühl von Selbstwirksamkeit. Dieses Element wird mit klaren didaktischen Rahmenbedingungen kombiniert, um sowohl selbstständige als auch weniger selbstständige Studierende anzusprechen. Die Untersuchung wurde mit einer kleinen Gruppe von Germanistikstudierenden durchgeführt, die an vier storytelling-basierten Unterrichtseinheiten teilnahmen. Erfasst wurden ihre Erfahrungen mithilfe von Umfragen, Interviews und Beobachtungen. Die Ergebnisse zeigen, dass affektives Storytelling positive Auswirkungen auf Motivation, Sprachpraxis und Interaktion hat, zugleich aber von individuellen Dispositionen und der Rolle der Lehrkraft abhängt. Im Aufbau des Artikels wird zunächst die Untersuchungsstichprobe beschrieben, ebenso wie die Organisation und der Ablauf der Studie. Danach folgt eine Darstellung der Beobachtungen, die sowohl die Untersuchung selbst als auch ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen umfasst. In weiterer Folge werden die Auswertung der Interviews und Fragebögen erläutert und die daraus abgeleiteten allgemeinen Schlussfolgerungen dargestellt. Anschließend werden didaktische Empfehlungen formuliert, bevor am Ende offene Forschungsprobleme sowie Perspektiven für zukünftige Studien aufgezeigt werden.

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Jak znaleźć norweski w norweskim? Problemy w doborze źródeł do badań językowych w okresie średnionorweskim (1350–1550) / How to Find Norwegian in Norwegian? Problems in the Selection of Sources for Linguistic Research from the Middle Norwegian Period (1350–1550))

Maria Klejnowska, Adam-Mickiewicz-Universität Poznań (ORCID: 0000-0002-7084-0350)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-28 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 489–499

Schlüsselwörter: historische Linguistik, Mittelalter, Sprachkontakt, Mittelnorwegisch

Der Beitrag befasst sich mit der Problematik der Arbeit mit Textmaterial aus der mittelnorwegischen Periode (1350–1550), das in Norwegen geschrieben wurde. Schwierigkeiten resultieren hauptsächlich aus dem Sprachkontakt mit anderen skandinavischen Ländern im Mittelalter. Diese Periode war geprägt von starkem Sprachwandel, und ziemlich viele Originalmanuskripte sind bis heute erhalten geblieben, was es uns ermöglicht, die mittelalterliche Schriftsprache zu erkunden. Das Wissen um den historischen Hintergrund ist in diesem Fall notwendig, wenn man eine diachrone Studie über die mittelnorwegische Sprache durchführt, da die externe Sprachgeschichte beim Sprachwandel eine bedeutende Rolle spielen konnte. Im Text wird das Sprachmaterial vorgestellt. Das größte Problem besteht darin, dass man nur selten mit Sicherheit sagen kann, dass ein bestimmtes Manuskript, das zwischen 1350 und 1550 geschrieben wurde, eindeutig norwegisch ist. Viele Spuren der ostskandinavischen Sprachen sind im Mittelnorwegischen zu finden, und Beispiele dafür werden in diesem Artikel präsentiert. Drei Studien, die von norwegischen Linguisten durchgeführt wurden, werden vorgestellt, um ein Beispiel für eine Lösung zu zeigen, wie man mit dem mittelnorwegischen Sprachmaterial umgehen kann. Der Artikel unterstreicht, dass der Begriff „die mittelnorwegische Sprache erforschen“ ganz weit von der Wahrheit entfernt ist, und erwähnt einer Reihe von Forschern, die für ihre Arbeit in der mittelnorwegischen Periode und im entsprechenden Textmaterial bekannt sind.

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Sprachliche Zweifelsfälle – ein zweifellos interessantes Phänomen / Linguistic Cases of Doubt – An Undoubtedly Interesting Phenomenon)

Adam Gołębiowski, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0003-2784-3705)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-29 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 503–509

Schlüsselwörter: Sprachliche Zweifelsfälle, Sprachkompetenz, Standardsprache

Im vorliegenden Rezensionsbeitrag wird das Buch von Renata Szczepaniak „Sprachliche Zweifelsfälle. Definition, Betrachtungsdimensionen und Erforschung“ besprochen. Die 240 Seiten umfassende Monographie ist eine Einleitung in Erforschung sprachlicher Zweifelsfälle im Deutschen und ist in erster Linie als Grundlage für universitäre Lehrveranstaltungen zu diesem Thema konzipiert. Nach Anführung von einigen Beispielen sprachlicher Zweifelsfälle wird im einleitenden Teil des vorliegenden Beitrags der Terminus sprachlicher Zweifelsfall definiert. Es wird dabei auf die besondere Rolle der Begriffe „Standardsprache“ und „Sprachkompetenz“ in diesem Zusammenhang aufmerksam gemacht. Dann wird die Erforschung sprachlicher Zweifelsfälle in den letzten Jahrzenten sehr kurz dargestellt. Im weiteren Teil des vorliegenden Rezensionsbeitrag wird auf den Inhalt des zu besprechenden Buches eingegangen. Das erste Kapitel leitet in das Thema durch Bezug auf mögliche Alltagssituationen ein, in denen man sprachlichen Zweifelsfällen begegnen kann. In diesem Kapitel werden auch das Ziel der Arbeit ihren Aufbau vorgestellt. Im 2. Kapitel wird die Beziehung zwischen sprachlichen Zweifelsfällen und sprachlicher Kompetenz besprochen. Diskutiert werden die Begriffe sprachliche Zweifelsfälle Sprachkompetenz. Es wird auch auf die Klassifikation von sprachlichen Zweifelsfällen eingegangen. Die übrigen acht Kapitel teilt die Autorin in Teil A „Dimensionen sprachlicher Zweifelsfälle“ (hierzu gehören die Kapitel 3 bis 6) und in Teil B „Untersuchungsperspektiven der sprachlichen Zweifelsfälle“ (Kapitel 7 bis 10). Im Teil A werden die grammatische Dimension, die soziolinguistische Dimension und die Dimension der Sprachbewusstheit besprochen, ohne die die linguistische Analyse sprachlicher Zweifelsfälle nicht möglich ist. Im Teil B werden mit Hilfe der im Teil A dargestellten Betrachtungsdimensionen vier ausgewählte Zweifelsfälle beschrieben. Im abschließenden Teil des vorliegenden Artikels werden einige allgemeine Bemerkungen über die besprochene Monographie präsentiert.

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Pragmatische Variation im Deutschen: Regionale und situative Dynamiken des Sprachgebrauchs / Pragmatic Variation in German: Regional and Situational Dynamics of Language Use)

Mariusz Jakosz, Schlesische Universität (ORCID: 0000-0001-9606-679X)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-30 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 511–521

Schlüsselwörter: Variationspragmatik, Sprachvariation, Pragmatik, Variationslinguistik, Sprachgebrauch, Register, interaktionale Linguistik

Der vorliegende Beitrag ist im Schnittfeld von Variationspragmatik, Pragmatik und Variationslinguistik angesiedelt und untersucht, welchen Beitrag der Sammelband „Variationspragmatik: Regionale Vielfalt und situative Unterschiede im Sprachgebrauch“ zur weiteren Profilierung dieses noch nicht vollständig konsolidierten Forschungsfeldes leistet. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Sprachvariation in der germanistischen Linguistik zwar seit Langem auf phonologischer, lexikalischer, morphologischer und syntaktischer Ebene untersucht wird, der Sprachgebrauch als Ort pragmatischer Variation jedoch bislang seltener systematisch in einen variationslinguistischen Zusammenhang gestellt worden ist. Vor diesem Hintergrund analysiert der Beitrag den Band als programmatischen Versuch, regionale und situative Dynamiken des Sprachgebrauchs gemeinsam zu erfassen und damit eine empirisch wie methodisch tragfähige germanistische Variationspragmatik zu konturieren. Ziel der Rezension ist es erstens, die konzeptionelle Rahmung des Bandes zu rekonstruieren, zweitens die einzelnen Untersuchungen im Hinblick auf ihren Beitrag zur theoretischen und methodologischen Ausdifferenzierung des Forschungsfeldes einzuordnen und drittens den wissenschaftlichen Gesamtertrag der Publikation zu bewerten. Methodisch folgt der Beitrag einer systematischen und vergleichend angelegten Analyse, die sowohl programmatische Rahmungen als auch empirische Befunde und methodische Zugänge berücksichtigt. Im Zentrum stehen insbesondere die Verhältnisbestimmung von regionaler und situativer Variation, die Reichweite der behandelten Phänomene sowie die Frage, wie unterschiedliche Ansätze – etwa aus der Registerforschung, der Forschung zur digitalen Kommunikation oder der interaktionalen Linguistik – in ein gemeinsames Forschungsprogramm integriert werden. Die Analyse zeigt, dass der Band pragmatische Variation nicht nur als Ergänzung etablierter variationistischer Ansätze behandelt, sondern als eigenständige Forschungsperspektive profiliert. Hervorzuheben sind dabei die Verbindung von diatopischen und diaphasischen Zugängen, die Einbeziehung digitaler Kommunikationsformen, die Öffnung gegenüber interaktionalen und metapragmatischen Fragestellungen sowie die Erweiterung auf text- und wissensorganisatorische Phänomene. Insgesamt erweist sich der Band als wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung einer gebrauchsbasierten Variationslinguistik. Sein wissenschaftlicher Ertrag liegt vor allem darin, Variationspragmatik als methodisch vielfältiges, theoretisch anschlussfähiges und für die Analyse des deutschen Sprachgebrauchs besonders produktives Forschungsprogramm sichtbar zu machen.

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Dawna i współczesna duńska paremiografia wielojęzyczna / Historical and Contemporary Multilingual Danish Paremiography)

Józef Jarosz, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0002-7820-667X)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-31 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 523–528

Schlüsselwörter: Phraseologismus, Sprichwörtersammlung, Sprichwortforschung, Wörterbuch, Parömiographie

Im Rezensionsbeitrag wird ein im Jahre 2025 herausgegebenes viersprachiges phraseologisches Wörterbuch besprochen und hinsichtlich seiner praktischen Anwendbarkeit bewertet. Die Publikation wird vor dem Hintergrund der bisher herausgegebenen mehrsprachigen Sprichwörtersammlungen im Zeitraum 1506–2025 als eine Fortsetzung der dänischen parömiographischen Tradition präsentiert. Der rezensierte Band besteht aus einem Vorwort, einem lexikographischen Teil und einer Liste der Quellen. Die Darstellung der Publikation erfolgt nach den lexikographischen Kriterien. Untersucht werden makrostrukturelle und mikrostrukturelle Eigenschaften des Wörterbuchs. Die Makrostruktur des Wörterbuchs machen Einträge verschiedener Kategorien aus – dänische Sprichwörter, Phraseme sowie Einwortidiome. Der bescheiden gestaltete mikrostrukturelle Bereich umfasst Bedeutungserklärungen der dänischen Einträge, polnische, deutsche und englische Äquivalente, typographische Mittel zur Unterschidung der Sprachen und Illustrationen von ausgewählten Phrasemen. Die Zeichnungen visualisieren Elemente der wörtlichen Bedeutung. Den Nachspann des Wörterbuches macht nur das Verzeichnis der Quellen aus, es fehlt ein Stichwortregister, das den Zugriff auf beliebigen Phraseologismus in einer der vier Sprachen erleichtern würde. Der rezensierte Band ist ein Beispiel für eine populäre Sammlung von Phraseologismen in vier Sprachen. Wegen der Inkonsequenz in der Gestaltung der Makrostruktur und der mangelnden lexikographischen Charakteristika in der Mikrostruktur ist sein praktischer Wert gering.

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Aktuelle Forschungsfragen im Diskurs über Fachsprachen, Fachkommunikation und Fachsprachendidaktik / Current Research Issues in the Discourse on Specialized Languages, Professional Communication, and LSP Didactics)

Marcelina Kałasznik, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0003-2713-5880)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-32 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 529–535

Schlüsselwörter: Fachsprachen, Fachkommunikation, Fachsprachendidaktik

Fachspezifische Kommunikation spielt sowohl im akademischen als auch im beruflichen Kontext eine zentrale Rolle, geprägt von zunehmender Digitalisierung, Medienentwicklung und der wachsenden Bedeutung effektiver Kommunikationskompetenzen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über den 2024 erschienenen Sammelband „Fachsprachen – Fachkommunikation – fachdidaktische Diskurse“, herausgegeben von Maria Migodzińska und Agnieszka Pietrzak und veröffentlicht im Verlag V&R unipress als siebter Band der Reihe „SPECLANG: Beiträge zur Berufs- und Fachkommunikation“. Der Band geht auf die vierte internationale Konferenz an der Universität Łódź (2023) zurück und vereint Forschungsergebnisse zu Fachsprachen, beruflicher Kommunikation und Fachdidaktik. Die Beiträge sind in drei thematische Abschnitte gegliedert. Die erste Sektion untersucht sprachliche und translationsbezogene Aspekte von Fachsprachen, darunter Sport-, Militär-, Handwerks-, Koch- und Übersetzungsbereiche, und illustriert lexikalische, semantische und kulturelle Merkmale anhand deutsch-polnischer Vergleichsbeispiele. Der zweite Abschnitt fokussiert auf berufliche Kommunikation in unterschiedlichen Kontexten, wie technische Dokumentation, Unternehmenswebsites, Blogs, soziale Medien, akademische Präsentationen und interkulturelle Zusammenarbeit, wobei Terminologie, Multimodalität und Interaktionsstrategien im Mittelpunkt stehen. Der dritte Abschnitt behandelt fachdidaktische Perspektiven, darunter kompetenzorientierte Lehre, Innovationsprozesse in Curricula, praxisnahe Programme sowie Strategien zur Integration von Literatur, Terminologie und konsekutivem Dolmetschen in den Sprachunterricht. Insgesamt zeigt der Band, wie linguistische Analysen und gezielte fachdidaktische Ansätze die beruflichen Kompetenzen von Lernenden stärken, interkulturelles Verständnis fördern und die Verbindung zwischen akademischem Wissen und Anforderungen des Arbeitsmarktes herstellen. Er unterstreicht die interdisziplinäre Bedeutung der Forschung zur Fachkommunikation und liefert sowohl theoretische Einsichten als auch praktische Implikationen für Lehrende, Linguistinnen und Linguisten sowie Fachpraktiker.

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Zur Vielschichtigkeit moderner Kommunikationsräume / On the Complexity of Modern Communication Spaces)

Marcelina Kałasznik, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0003-2713-5880)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-33 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 537–543

Schlüsselwörter: Diskursanalyse, Medienkommunikation, Minitexte, Sprachgebrauch im Unterricht

Der Rezensionsbeitrag widmet sich dem Sammelband „Linguistische Grenzübergänge. Einblicke in die Sprachfacetten und Diskurswelten moderner Kommunikation“, der 2026 von Izabela Kujawa und Roman Opiłowski herausgegeben wurde. Der Band versammelt zehn Beiträge, die aus einem Forschungs- und Lehrprojekt hervorgegangen sind und unterschiedliche Perspektiven auf zeitgenössische Kommunikation eröffnen. Die Gliederung erfolgt entlang dreier thematischer Schwerpunkte: Diskursanalyse und Medienkommunikation, Sprachgebrauch im Unterricht und Beruf sowie Minitexte auf der Straße aus lexikalischer, interkultureller und multimodaler Sicht. Im Bereich der Diskursanalyse werden u. a. kollektive Identität, politische Kommunikation und digitale Diskurse untersucht, wobei insbesondere soziale Medien (z. B. Plattform X) als zentrale Räume der Meinungsbildung in den Blick genommen werden. Die Beiträge zur Medienkommunikation verdeutlichen die Bedeutung multimodaler und intermedialer Ansätze für die Analyse gegenwärtiger Kommunikationsformen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Sprachgebrauch im Unterricht, insbesondere im Kontext des Deutschen als Fremdsprache, wo Fragen der Redekompetenz, Reflexionsfähigkeit und Fachkommunikation behandelt werden. Der dritte Schwerpunkt widmet sich Minitexten (z. B. Transparente, Protestplakate), die als prägnante, oft multimodale Kommunikationsformen im öffentlichen Raum (z. B. auch während Proteste) analysiert werden. Der Band weist eine methodische Vielfalt und einen interdisziplinären Charakter auf und unterstreicht die Relevanz der behandelten Fragen für die aktuelle linguistische Forschung zu Diskursen und Medien.

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Tierische Maledicta in der linguistischen Forschung / Animal Maledicta in Linguistic Research)

Renata Nadobnik, Jakob-von-Paradies-Akademie (ORCID: 0000-0003-0895-3060)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-34 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 545–551

Schlüsselwörter: Personenschimpfwörter, Tierbezug, Deutsch, Polnisch

Schimpfwörter und Beschimpfungen blieben in der Sprachforschung über einen langen Zeitraum weitgehend unbeachtet. Eine verstärkte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand setzt erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Bemerkenswerterweise wird das Thema bereits seit dem 18. Jahrhundert in lexikografischen Werken behandelt. Zu nennen ist hier als Beispiel der Druck „Die Nürnberger Schimpfwörter bildlich dargestellt“ von A.[mbrosius] Gabler (um 1795). In diesem Kontext verdient die Monografie „Tierische Personenschimpfwörter im Deutschen und im Polnischen – Semantische und funktionale Aspekte“ von Aleksandra Kamińska eine besondere Aufmerksamkeit. Die Autorin verwendet Schimpfwörterbücher und allgemeine Wörterbücher, die zwischen 1964 und 2018 erschienen sind, als Korpora für eine umfassende kontrastive Studie für das Sprachenpaar Deutsch und Polnisch. Den zentralen Untersuchungsgegenstand bilden hier tierische Maledicta, d.h. Schimpfwörter mit animalischen Komponenten, überwiegend aus dem Bereich der Haus- und Zuchttiere. Es handelt sich dabei zum einen um das Vorkommen von Personenschimpfwörtern in quantitativer Hinsicht, zum anderen um ihre Bedeutungs- und Verwendungsaspekte in beiden Sprachen. Die von der Forscherin erhobenen Befunde belegen ein deutliches Missverhältnis in der Anzahl der untersuchten sprachlichen Einheiten im Deutschen und im Polnischen, was unter anderem durch die Anzahl der verfügbaren Wörterbücher mit Schimpfwörtern erklärt wird. Unter semantischen und pragmatischen Aspekten lassen sich nach Kamińska Unterschiede größeren oder geringeren Umfangs hinsichtlich der (Un)einheitlichkeit in der Begriffsbestimmung, des Bezugs auf Individuen und Kollektiva sowie Geschlechts- und Altersmarkierung tierischer Personenschimpfwörter feststellen. Die durchgeführten Analysen zeichnen sich durch eine große Detailgenauigkeit aus und liefern somit erhebliche Erkenntnisgewinne. Die Studie ist insbesondere deshalb wertvoll, dass sie komplex und tiefgründig angelegt ist. Dadurch wird ein vollständiger Einblick in die sprachlichen Besonderheiten im angegebenen Bereich ermöglicht. Die gewählte Forschungsperspektive gibt zudem wichtige Aufschlüsse zu lexikologischen, lexikografischen, wortbildungsmorphologischen und phraseologischen Fragestellungen. Ein wesentlicher Mehrwert der Studie besteht außerdem in ihrer kulturellen Einbettung, die für die Verständigung in interlingualen Kommunikationssituationen von großer Bedeutung ist.

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Zur Rolle und Funktion der Texte in der Kommunikation / On the Role and Function of Texts in Communication)

Przemysław Staniewski, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0002-1903-6316)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-35 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 553–559

Schlüsselwörter: Textlinguistik, Text, Kommunikation, Diskurs

Der Rezensionsbeitrag bespricht das Buch von Monika Schwarz-Friesel und Manfred Consten „Textlinguistik. Eine Einführung“ (2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage). In dem einführenden Teil wird die Rolle eines Textes in menschlicher Kommunikation sowie die Textlinguistik als Forschungsdisziplin mit ihren Aufgaben kurz besprochen. In den weiteren und viel umfangreicheren Kapiteln wurden auf sehr detaillierte und ausführliche Art und Weise verschiedene Fragestellungen der textlinguistischen Forschung diskutiert. In erster Linie befassen sich die AutorInnen mit der Definition eines Textes sowie mit der Klassifikation der Texte. Dabei weisen sie auf unterschiedliche mit diesen Aspekten der Textlinguistik verbundene Schwierigkeiten hin. Ferner widmen sie ihre Aufmerksamkeit solchen für die Textlinguistik grundlegenden Begriffen wie z. B. Kohäsion, Kohärenz, Anapher und Katapher aber auch der thematisch-rhematischen Struktur. Berücksichtigung findet auch die Problematik der Referenz in Texten, die aus dem Blickwinkel des Text-Welt-Modells betrachtet wird. Im Rahmen dieser Überlegungen wurde auch auf die mit dem Phänomen der Referenz bzw. Referenzialisierung verbundenen Aspekte eingegangen. Dazu gehören vor allem die Konzeptualisierung, Evaluation sowie Perspektivierung. In dem Buch wurden aber nicht nur die theoretischen Aspekte in Betracht gezogen. In dem abschließenden Kapitel zeigen die VerfasserInnen, in welchen Bereichen und auf welche Art und Weise die textlinguistische Erkenntnis praktisch angewendet werden kann.

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Judenfeindschaft in der Sprache und Kommunikation / Antisemitism in Language and Communication)

Krystian Suchorab, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0003-1831-7973)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-36 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 561–567

Schlüsselwörter: Antisemitismus, Hassrede, Judenfeindschaft, Sprache, Kommunikation

Der vorliegende Rezensionsbeitrag widmet sich der Monografie von Schwarz-Friesel (2025), in der die sprachliche Dimension der Judenfeindschaft präsentiert wird. Die Autorin zeigt, dass antisemitische Inhalte nicht ausschließlich in offener Hassrede auftreten, sondern häufig auch durch implizite sprachliche Mittel vermittelt werden. Dabei wird hervorgehoben, dass Sprache eine zentrale Rolle in der Konstruktion von Wirklichkeit spielt und sowohl kognitive als auch kommunikative Prozesse beeinflusst. Anhand zahlreicher Beispiele aus unterschiedlichen Textsorten – von theologischen Schriften über literarische Werke bis hin zu modernen Medien und Internetkommentaren – wird gezeigt, dass antisemitische Stereotype und semantische Muster über Jahrhunderte hinweg bemerkenswerte Kontinuität aufweisen. Besondere Aufmerksamkeit gilt indirekten Ausdrucksformen wie Implikaturen, Metaphern, rhetorischen Fragen oder sprachlicher Camouflage, die judenfeindliche Inhalte verschleiern und ihre Wahrnehmung erschweren. Ebenso werden Strategien der Abwehr und Selbstlegitimierung thematisiert, die in antisemitischen Diskursen häufig auftreten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem israelbezogenen Antisemitismus als einer gegenwärtig dominierenden Erscheinungsform, in der traditionelle Feindbilder neu kontextualisiert werden. Darüber hinaus wird auf die Rolle von Massenmedien sowie multimodalen Kommunikationsformen wie Bildern, Memes und Filmen eingegangen. Die Monografie leistet einen wichtigen Beitrag zur sprachwissenschaftlichen Antisemitismusforschung, indem sie die Bedeutung von Sprache für die Entstehung, Verbreitung und Stabilisierung von Hass verdeutlicht. Abschließend wird die Notwendigkeit einer kritischen Sprachreflexion sowie einer ethisch verantwortungsvollen Kommunikation betont, um antisemitischen Diskursen wirksam entgegenzutreten.

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Literaturyzmy frazeologiczne w polskiej frazeologii / Phraseological Units Originating from Literature in Polish Phraseology)

Joanna Szczęk, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0001-8721-6661)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-37 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 569–576

Schlüsselwörter: Literatur, polnische Phraseologie, Literaturismen, Phraseologismen

Der Beitrag widmet sich der Analyse und Bewertung der Monografie „Literatura źródłem związków frazeologicznych. Słownik“ (Katowice 2024) von Agnieszka Piela, die sich mit der polnischen Phraseologie literarischen Ursprungs auseinandersetzt. Ausgangspunkt der Überlegungen bildet die Annahme, dass der phraseologische Bestand einer Sprache nicht nur ein linguistisches, sondern zugleich ein kulturgeschichtliches Archiv darstellt, in dem sich kollektive Erfahrungen, Wertvorstellungen und Formen der Konzeptualisierung der Welt widerspiegeln. In diesem Kontext wird Literatur als eine zentrale, jedoch bislang nicht systematisch genug erforschte Quelle phraseologischer Motivation betrachtet. Der Beitrag rekonstruiert die theoretischen Grundlagen der Autorin, insbesondere ihr Verständnis von Motivation im phraseologischen Bereich sowie ihre Auffassung literarischer Texte als Ausgangspunkt für die Herausbildung stabilisierter Wortverbindungen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem von Piela vorgeschlagenen Terminus Literaturyzm, der als Bezeichnung für sprachliche Einheiten literarischer Provenienz eingeführt wird. Die Autorin definiert diesen Begriff als „Einheit der Sprache, die aus literarischen Texten hervorgegangen ist“ und differenziert zwischen lexikalischen Literaturismen (z. B. Eponyme) und phraseologischen Literaturismen, d. h. mehrgliedrigen Wortverbindungen, die aus einem literarischen Werk stammen oder auf dessen Inhalt verweisen und außerhalb ihres ursprünglichen Kontextes in stabilisierter formaler und semantischer Gestalt funktionieren. Darüber hinaus werden die von Piela vorgeschlagenen Klassifikationskriterien dargestellt: die formale Typologie (Ausdrücke, Wendungen, Sätze), die Reichweite (international verbreitete vs. nationale Einheiten) sowie der Grad der phraseologischen Festigkeit (starker vs. schwacher Status). Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Struktur des Wörterbuchteils, der 142 Einheiten umfasst und jeweils Definitionen, Varianten, Belegkontexte, lexikographische Nachweise sowie autorenspezifische etymologisch-kulturhistorische Kommentare enthält. Abschließend wird hervorgehoben, dass die Monografie sowohl einen terminologischen Ordnungsversuch als auch einen lexikographischen Beitrag zur Erforschung literarisch motivierter Phraseologismen darstellt. Sie verbindet theoretische Reflexion mit praktischer Dokumentation und eröffnet Perspektiven für weiterführende Untersuchungen zur Rolle literarischer Texte in der Entwicklung des polnischen phraseologischen Bestandes.

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Kreativität mittels der Sprache oder als mentales Phänomen? Zur Frage nach der Primarität von Sprache und Geist / Creativity as a Linguistic Means or as a Cognitive Phenomenon? On the Issue of Primacy of Language and Mind)

Rafał Szubert, Universität Wrocław (ORCID: 0000-0003-1367-1770)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-38 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 577–587

Schlüsselwörter: sprachliche Kreativität, Kognition und Sprache, Schreibprozesse, Diskurspraktiken, Musterhaftigkeit, Emergenz, Sprachdidaktik

Gegenstand dieses Rezensionsartikels ist der von Kirsten Schindler und Alexandra Lavinia Zepter herausgegebene Sammelband „Sprachliche Kreativität in Bildungs- und Fachsprache“, der 2025 im Narr Francke Attempto Verlag in Tübingen erschienen ist. Der Band umfasst 315 Seiten und ist interdisziplinär zwischen Sprachdidaktik, Linguistik und Psycholinguistik angesiedelt. Im Zentrum des Bandes steht die Frage nach der sprachlichen Kreativität in Bildungs- und Fachkontexten, wobei unterschiedliche theoretische und empirische Zugänge zu diesem Phänomen versammelt werden. Bereits der Titel verweist auf ein Spannungsfeld zwischen sprachlicher Praxis und kognitiven bzw. mentalen Voraussetzungen von Kreativität, das im Verlauf der Beiträge in vielfältiger Weise entfaltet wird. Aus linguistischer und kognitionswissenschaftlicher Perspektive stellt der Band damit einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion dar, in der Kreativität nicht nur als sprachliches Produkt oder als Eigenschaft von Texten, sondern ebenso als Prozess, als situativ eingebettete Praxis und als kognitiv fundierte Fähigkeit verstanden wird. Der Band lädt somit zu einer Auseinandersetzung mit der Frage ein, inwiefern sprachliche Kreativität als eigenständiger Gegenstand linguistischer Forschung zu bestimmen ist oder ob sie vielmehr als Schnittstelle zwischen Sprache, Kognition und Handlung zu begreifen ist.

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Bericht über die internationale Tagung „SPECLANG 2026: Fachsprachen – Ausbildung – Karrierechancen“, Universität Łódź, 05.–07. März 2026

Mariusz Jakosz, Schlesische Universität Katowice (ORCID: 0000-0001-9606-679X)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-39 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 591–595

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Współczesna filologia wobec wyzwań rynku pracy i sztucznej inteligencji. Sprawozdanie z debaty naukowo-biznesowej (Łódź, 5 marca 2026)

Jacek Makowski, Universität Łódź (ORCID: 0000-0002-9601-5025)
Agnieszka Stawikowska-Marcinkowska, Universität Łódź (ORCID: 0000-0002-1528-4339)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-40 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 597–600

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Zwischen „Richtig oder Falsch“ in den interkulturellen Print- und Online-Sprachübungen (ein Praxisbeispiel des Deutschunterrichts an der TUKE) / Between “right or wrong” in the Intercultural Print and Online Language Exercises (a Practical Example of German Lessons at TUKE))

Roman Sorger, Technische Universität in Košice (ORCID: 0000-0003-1489-1599)

DOI: 10.23817/lingtreff.29-41 (online zugänglich: 2026-06-15)

S. 601–616

Schlüsselwörter: interkulturelle Kompetenz, Deutsch als Fremdsprache, Übungstypologie, Online-Lehrwerke an der Tuke, Bloom’sche Lernzieltaxonomie, Inklusion

Interkulturelle Kompetenz wird in Deutschlehrwerken für Erwachsene oft thematisiert, jedoch meist auf dem kognitiven Niveau Erinnern und Verstehen behandelt, während produktive und interaktive Lernziele (Analysieren, Bewerten, Kreieren) zu kurz kommen. Die Übungstypologien fokussieren auf Wissensabfrage ohne handlungsorientierte Sprachfertigkeiten. Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwieweit aktuelle Print-Lehrwerke für Deutsch als Fremdsprache interkulturelle Inhalte und Kompetenz entsprechend vermitteln und welche Rolle dabei standardisierte Übungsformen und -typologien vor allem wie „Richtig/Falsch“ spielen. Man versucht in diesem Beitrag, Übungskonzepte vorzustellen, die den Übergang von deklarativem zu prozeduralem Wissen unterstützen und Lernziele auf höheren Ebenen (Evaluieren, Kreieren) der Bloom‘sche Taxonomie ansprechen. Durch die Verbindung von realitätsnahen Szenarien mit angemessener Sprachhandlung kann so eine nachhaltige Erweiterung der interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen erreicht werden. Interkulturelle Kompetenz soll sprachlich handlungsorientiert vermittelt werden, um Integration und Inklusion wirksam zu fördern. Qualitative Inhaltsanalyse ausgewählter Print- und Online-Lehrwerke in den Projekten an der Technischen Universität in Košice (TOURNEU, FALINAR) basiert auf Vergleich und möglicher Weiterentwicklung von Übungsmodellen, die sprachlich-kommunikative Handlungsfähigkeit und interkulturelle Sensibilisierung stärken. Lehrwerke behandeln meist interkulturelle Aspekte (Knigge, Hotspots), weniger häufig komplexe Konfliktlösungsstrategien und zeigen oft rezeptive und kognitive Übungstypen mit wenig produktiven und simulativen Aufgaben. Online-Projekte zeigen ein Potenzial für interaktive und mehrstufige Übungen. Anhand ausgewählter DaF-Lehrwerke und EU-Projekte werden Beispiele vorgestellt, die über standardisierte Wissensvermittlung hinausgehen und sich um eine tiefere Sensibilisierung, Differenzierung und Anwendung interkultureller Kompetenzen bemühen. Innovative Übungsformen – etwa wie simulationsbasierte Aufgaben oder mehrstufige Skalenbewertungen – sind besser geeignet, um sprachliche Handlungsfähigkeit in interkulturellen Kontexten zu fördern. Dabei spielen Wertehierarchien, Bewertungsadjektive, Kulturstandards eine zentrale Rolle. Die Integration dieser Ansätze in berufsbezogene Sprachlehrwerke ist notwendig, um Deutschlerner auch für komplexere interkulturelle Kommunikationssituationen sprachlich zu befähigen.

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